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Stütze

Prosa-Definition

Eine Stütze ist eine werkstoffneutrale Bauteilrolle, deren Bauteilachse lotrecht oder annähernd lotrecht verläuft, deren Querschnitt in seiner größten Abmessung die kleinste Abmessung um nicht mehr als das Vierfache übersteigt (Abgrenzung zur Wand nach DIN 1045-1) und die in einem Tragwerk als druckbeanspruchtes Stab-Bauteil fungiert, das punktuell-konzentrierte Vertikallasten in ein Auflager, ein darunterliegendes Tragwerk oder den Baugrund leitet, ohne in eine Wandscheibe eingebunden zu sein.

Mathematische Definition

Sei

  • B ein Bauteil im Sinne von bauteil mit Stabgeometrie (geometrie ∈ 𝒢_stab),
  • a(B) = Bauteilachse.Gerade(p_a, p_e) die Bauteilachse von B im geraden Fall (siehe bauteilachse), mit d_hat := (p_e − p_a) / ‖p_e − p_a‖ ∈ S² ⊂ ℝ³,
  • q_B = (q_max, q_min) die Querschnitts-Hauptabmessungen von B (größte und kleinste Abmessung im rechtwinklig zur Bauteilachse liegenden Querschnitt), q_min > 0,
  • e_z := (0, 0, 1)ᵀ die vertikale Welt-Achse,
  • ε_K := Toleranzen.KOLLINEAR_EPS,
  • ε_L := Toleranzen.LAENGE_EPS.

Dann heißt B eine Stütze genau dann, wenn die folgenden Bedingungen alle erfüllt sind:

  1. Stabgeometrie: B besitzt eine gerade Bauteilachse mit ‖p_e − p_a‖ > ε_L.

  2. Lotrechtheit der Stützenachse: Die Bauteilachsenrichtung ist kollinear zur Welt-Lotachse,

    ‖d_hat × e_z‖ ≤ ε_K,
    
    d. h. d_hat steht parallel zu e_z (Sinus-Test gegen e_z-Parallelität; nach HG_KONVENTIONEN.md §4 ist KOLLINEAR_EPS die einschlägige Toleranzkonstante für Lot- und Parallelitäts-Prädikate).

  3. Vorzeichenkonvention Fuß → Kopf: Der untere Endpunkt p_a liegt höhenmäßig unterhalb des oberen Endpunktes p_e,

    p_a.z + ε_L < p_e.z.
    
    Anders als bei Pfette, Riegel und Rähm ist hier eine geometrisch zwingende Orientierung gerechtfertigt, weil Fuß und Kopf der Stütze konstruktiv asymmetrisch sind (Stützenfuß auf Auflager, Stützenkopf an aufgehender Tragebene).

  4. Stützen-Querschnitts-Bedingung (DIN 1045-1): Das Verhältnis von größter zu kleinster Querschnitts-Abmessung übersteigt 4 nicht:

    q_max ≤ 4 · q_min.
    
    Diese Bedingung grenzt die Stütze geometrisch gegen die Wand ab. Bauteile mit q_max > 4·q_min sind im Sinne der DIN-1045-1-Linie keine Stützen, sondern Wand-Bauteile (für den Holzbau: Wandtafel, CLT-Wandelement).

  5. Druck-Lastpfad-Zusicherung (qualitativ, nicht formal geprüft): B trägt in dem Tragwerk, dem B angehört, primär Drucklasten entlang der Bauteilachse; die Bauteilachse ist Teil eines Lastpfads vom aufnehmenden Auflager bis zu einem Auflagerpunkt, der die Last in ein darunterliegendes Tragwerk oder den Baugrund einleitet. Die formale Lastpfad-Verifikation ist Aufgabe des hg_statisches_system- Eintrags und wird hier zugesichert, nicht überprüft.

  6. Ausschluss der Wand-Inzidenz (Trennung zu staender): B ist nicht Mitglied einer Wand-Bauteilgruppe im Sinne von hg_wand und insbesondere nicht zwischen einer Schwelle und einem Rähm derselben Wandebene eingespannt. Ein Bauteil mit Wand-Inzidenz und Schwellen-/Rähm-Anschluss qualifiziert als staender (Geschwister-Bauteilrolle), nicht als Stütze.

Wesentliche abgeleitete Größen:

  • Stützenlänge: L_St := ‖p_e − p_a‖ (in mm), entlang der Bauteilachse zwischen Fuß und Kopf. Bei exakt lotrechter Stütze gilt L_St = p_e.z − p_a.z.
  • Stützenrichtung: d_hat ∈ S² mit ‖d_hat × e_z‖ ≤ ε_K und d_hat · e_z > 0 (durch Bedingung 3 festgelegt). Damit ist d_hat ≈ +e_z.
  • Querschnitts-Schlankheit: q_max / q_min ∈ [1, 4].

Wohldefiniertheit

  • Existenz: Für jedes Stabbauteil mit positiver Achsenlänge, lotrechter Achse, Querschnitts-Verhältnis ≤ 4 und ohne Wand-Bindung ist die Bauteilrolle Stütze erfüllbar; jede freistehende Holzstütze im Skelettbau, jede Pfosten-Riegel-Fassaden-Stütze, jede BSH-Hallenbinder-Stütze ist Standardbeispiel.
  • Eindeutigkeit der Stützenrichtung: Bedingungen 2 und 3 fixieren d_hat vollständig auf d_hat ≈ +e_z bis auf ε_K.
  • Disjunktheit zu staender: Bedingung 6 grenzt die Stütze gegen den Ständer ab. Ein Bauteil, das sowohl Bedingungen 1–5 dieses Eintrags als auch Bedingungen 1–6 von hg_staender.md erfüllt (lotrechtes Stab-Bauteil in einer Wand mit Schwellen- und Rähm- Anschluss), ist per Modell-Entscheidung als staender zu führen, nicht als stuetze — die Wand-Inzidenz hat Vorrang.
  • Konsistenz mit bauteil: Alle Bedingungen aus bauteil (eindeutige Identität, Geometrie, Werkstoff, Lage in W) sind erfüllt; die Bauteilrolle „Stütze" ergänzt die Lage- und Geometrie- Constraints 1–6.
  • Werkstoff-Unabhängigkeit: Die Definition macht keine Aussage zum Werkstoff. Eine Holz-Stütze (Vollholz, BSH, BSP, LVL), eine Stahl-Stütze (HEA-/HEB-Profil), eine Stahlbeton-Stütze und eine Mauerwerks-/Stein-Stütze qualifizieren gleichermaßen, sofern die geometrischen Bedingungen 1–4 erfüllt sind.
  • Stuhlsäule und Hängesäule als Geschwister: Bedingung 6 schließt Stuhlsäulen (im Dachstuhl) und Hängesäulen (im Hängewerk) nicht aus, weil diese konstruktiv nicht in einer Wand zwischen Schwelle und Rähm liegen. Aus der App-Modellierungs-Perspektive sind Stuhlsäule und Hängesäule dennoch eigene Bauteilrollen unter bauteil, nicht Subtypen der Stütze (siehe hg_stuhlsaeule.md und hg_haengesaeule.md), weil ihre konstruktive Funktion (Druck- Element im Dachstuhl bzw. Zug-Element im Hängewerk) und ihre topologische Einbindung (Stuhlpfette-Anschluss bzw. Bundbalken- Anker) primär sind und holz-exklusiv.
  • Nicht-Zirkularität: Die Definition stützt sich nur auf bereits definierte Begriffe (bauteil, bauteilachse, strecke, einheitsvektor, weltkoordinatensystem, toleranzen). Forward- Verweise (saeule, staender, haengesaeule, stuhlsaeule, wand, statisches_system, pfosten, pfeiler, hochstud) sind nach HG_KONVENTIONEN.md §6 zulässig; einzelne (pfosten, pfeiler, hochstud) sind nach §6.D dauerhaft ohne eigenen Eintrag.

Erläuterung (nicht normativ)

Die Stütze ist im DACH-Bauwesen das werkstoffneutrale, punktuell lastabtragende Vertikalbauteil. Im Holzbau ist sie das zentrale Element des Skelettbaus und der Pfosten-Riegel-Konstruktion — Bauweisen, in denen das Vertikal-Tragwerk nicht durch wandartige Scheiben, sondern durch ein Raster aus lineare Stützen und horizontalen Trägern gebildet wird (typischer Skelettraster 3–8 m).

Funktion und Lastpfad

Die Stütze ist der primäre punktuelle vertikale Lastträger. Ihre Funktionen sind:

  • Aufnahme der Vertikallasten aus einer aufgehenden Tragebene (Decke, Pfette, Träger, Binder) am Stützenkopf,
  • Weiterleitung der Lasten entlang der lotrechten Bauteilachse zum Stützenfuß,
  • Lasteinleitung am Stützenfuß in ein darunterliegendes Tragwerk (Geschossdecke, Sockel-Stütze) oder direkt in das mineralische Auflager (Fundament, Bodenplatte, Streifenfundament),
  • Knicksicherung durch seitliche Stabilisierung über horizontale Träger (Pfetten, Riegel, Unterzüge) sowie ggf. Verbände; klassisches Druck-Knick-Problem nach Euler.

Die Stütze trägt im Idealfall reine Drucknormalkraft; in der Praxis treten zusätzlich Biegemomente aus Lastexzentrizität und Anschlussmomenten auf. Die Bemessung erfolgt für Druck mit Biegung nach DIN EN 1995-1-1 Abschnitt 6.3 (bzw. SIA 265:2021 §5.3).

Werkstoffe und Querschnitte

Werkstoffneutralität ist konstitutiv. Holz-Stützen werden als Vollholz (typisch 140/140 bis 240/240 mm), Brettschichtholz (BSH) (von 120/240 bis zu 240/600 mm und mehr in Hallenbinder- Konstruktionen), Brettsperrholz (BSP/CLT) als rechteckige Stütze, oder Furnierschichtholz (LVL, BauBuche) ausgeführt. Faserrichtung axial entlang der Bauteilachse, Festigkeitsklasse typisch C24 / GL24h / GL28h. Im modernen CH-Holzskelettbau (Pollmeier-/Hasslacher-/ binderholz-Linie) sind BSH- und LVL-Stützen Standard.

Stahl-Stützen (HEA/HEB), Stahlbeton-Stützen, Verbund-Stützen (Holz-Beton), Mauerwerks-/Stein-Stützen sind ebenfalls Stützen im Sinne dieses Eintrags. Die App führt den Werkstoff über das werkstoff-Merkmal des Bauteils, nicht über Bauteilrollen- Spezialisierung.

Stützenfuß und Stützenkopf

  • Stützenfuß: Anschluss an die Gründung. Im modernen Holzbau über Stahl-Verbinder (Stützenschuh, vergossene Stahlplatte mit Schraubdübel, U-Fuß-Verbinder); historisch über zimmermannsmäßigen Zapfenfuß in einer Schwelle oder über Steinpostament. Die Auflagerung am Stützenfuß ist konstruktiv asymmetrisch zum Stützenkopf.
  • Stützenkopf: Anschluss an die aufgehende Tragebene. Über Pfette, Träger, Unterzug, Decken-Auflager (Stahl-Kreuzkopf, Stützenkopf-Pfanne, zimmermannsmäßiger Versatz, BSH-Stirnseite mit durchlaufendem Träger).

Stütze vs. Ständer

Die Trennung zwischen Stütze und Ständer folgt der Wand-Inzidenz:

  • Ständer ist in eine Wandscheibe eingebunden (zwischen Schwelle und Rähm derselben Wandebene); seine Aufgabe ist die Lastabtragung innerhalb der Wand und die Definition der Wand-Raster-Geometrie.
  • Stütze ist nicht wandgebunden; sie steht freistehend oder in einem Skelett-Raster und trägt punktuell-konzentrierte Lasten.

Die Welle-9-Erkenntnis (hg_staender.md Punkt 3, 7) hält fest, dass diese Trennung in der CH-Praxis (Lignum-Linie) klar ist: „Ständer" für Wand, „Stütze" für Skelett. Die berufssprachliche Realität ist unschärfer — „Pfosten" wird in Erics CH-Berufspraxis für die direkt- tragende, geschoss-übergreifende Stütze verwendet (siehe Quellenkonflikt-Punkt 4) — die Lemma-Wahl im Glossar bleibt aber bei „Stütze" als CH-/DACH-aktiver werkstoffneutraler Bauteilrolle.

Stütze in besonderen Konstruktionen

  • Geschoss-Stütze: Stütze über mehrere Geschosse, mit Stoß auf Geschossdecke oder durchlaufend. In der CH-Praxis als Geschossstütze oder Hochstud (historisch, Aargau).
  • Pendelstütze: gelenkig gelagerte Stütze, die nur Normalkraft trägt (typisch im Skelettbau-Hallenrahmen). Klassisches statisches System für Hallenbau.
  • Eingespannte Stütze: am Fuß biegesteif in die Gründung eingespannt; trägt zusätzlich Biegemomente aus Horizontallasten.
  • Druckpendel: kurze Stütze in einem Sprengwerk oder im liegenden Stuhl; die Stuhlsäule des liegenden Stuhls ist eine schräggestellte Sonderform der Stütze, wird aber im App-Glossar als eigene Bauteilrolle stuhlsaeule geführt.

Andere Bedeutungen / Englisch

  • column: Standard-Übersetzung im strukturellen Bauwesen.
  • post: speziell im US-Holz-Skelettbau (Post-and-Beam) für die schwere tragende Stütze.
  • pillar: architektonisch-klassische Variante (oft Säule).
  • prop: temporäre Stütze, Abstützung.
  • support: allgemein, eher Auflager-Bedeutung.

Abgrenzung zu Pfosten, Pfeiler, Hochstud

  • Pfosten (pfosten, kein eigener Eintrag): in hg_staender.md als Synonym geführt (moderne Praxis nutzt Pfosten und Ständer synonym); in Erics CH-Berufspraxis aber für die direkt-tragende Stütze verwendet. Doppel-Synonymie wird vermieden, indem Pfosten hier in abgelehnte_benennungen: steht; siehe Quellenkonflikt Punkt 4.
  • Pfeiler (pfeiler, kein eigener Eintrag): Mauerwerks-/Stein- Bauteil mit ähnlicher Funktion; im Holzbau nicht etabliert. Geometrische Trennung gegen die Stütze über die DIN-1045-1- Bedingung 4 nicht hinreichend, weil ein massiver Pfeiler aus Mauerwerk durchaus q_max ≤ 4·q_min erfüllt; die Trennung liegt im Werkstoff und im konstruktiven Kontext, nicht in der Geometrie.
  • Hochstud (hochstud, kein eigener Eintrag, Eric-Entscheidung 2026-05-16): historisch CH (Aargau-Mittelland, 16.–19. Jh.), eine geschoss-übergreifende Stütze in Bauernhäusern, durchgehend von Boden bis Firstpfette. Per Eric-Entscheidung 2026-05-16 nicht als Folgearbeit-Eintrag aufgenommen.

Beziehungen

  • Oberbegriff: bauteil. Strukturell ist die Stütze ein Bauteil mit der zusätzlichen Rolle „Stütze" und den oben formalisierten geometrischen Constraints. Geschwister-Rolle zu staender (Wand- Inzidenz), pfette, riegel, schwelle, raehm, sparren etc.
  • Bestandteile (partitiv, vom Bauteil geerbt):
  • Bauteilachse (bauteilachse.Gerade), lotrecht im Sinne von Bedingung 2;
  • Querschnitt (rechteckig, rund mit Entasis bei Säule, oder Profil bei Stahl), q_max ≤ 4·q_min;
  • Werkstoff (Vollholz, BSH, BSP, LVL, Stahl, Stahlbeton, Mauerwerk);
  • Faserrichtung (Annotation bei Holz-Stützen, Default ‖ d_hat_Stütze).
  • Spezialisierungen (eigene Einträge folgen trigger-basiert):
  • saeule (Welle 13, Cluster 20_tragwerk/): architektonisch- klassischer Subtyp mit Säulenordnung (Basis-Schaft-Kapitell).
  • hg_holzstuetze.md (Folgearbeit): holz-spezifische Spezialisierung mit CH-spezifischen Bemessungsregeln nach SIA 265:2021 §5; im Cluster 30_holzbau/ analog gerichteter_plattenwerkstoff.
  • Verwendung / Beziehung zu anderen Bauteilen:
  • Pfette / Träger / Unterzug: liegen auf den Stützenköpfen auf; die Stütze leitet die Pfetten-/Träger-Last in die Gründung.
  • Riegel (im Skelettbau): horizontales Querbauteil zwischen zwei Stützen, bildet mit den Stützen eine Pfosten-Riegel- Konstruktion (Skelettrahmen).
  • Auflager (auflager): die Stütze ist über den Stützenfuß mit einem Auflager verbunden.
  • Binder (binder): in Hallenbinder-Konstruktionen tragen Stützen die werks-vorgefertigten Binder.
  • Abgrenzung:
  • Ständer (staender, Welle 9): Wand-Bauteilrolle. Geschwister-Rolle der Stütze, nicht Oberbegriff oder Subtyp. Trennlinie: Wand-Inzidenz (Schwellen-/Rähm-Anschluss).
  • Säule (saeule, Welle 13): architektonisch-klassischer Subtyp der Stütze; direkter oberbegriff-Verweis.
  • Hängesäule (haengesaeule, Welle 13): Zugstab im Hängewerk-Dachtragwerk; Geschwister-Bauteilrolle, nicht Subtyp der Stütze (Zug-Charakter, holz-exklusiv).
  • Stuhlsäule (stuhlsaeule, Welle 13): Druck-Element im Dachstuhl (stehender oder liegender Stuhl); Geschwister- Bauteilrolle, nicht Subtyp der Stütze (holz-exklusiv, mit spezifischem Stuhlpfetten-Anschluss).
  • Pfosten (Forward-Verweis, kein eigener Eintrag): in hg_staender.md Synonym; in Erics CH-Berufspraxis für die Stütze verwendet. Drift-Disambiguation, siehe Quellenkonflikt Punkt 4.
  • Pfeiler (Forward-Verweis, kein eigener Eintrag): Mauerwerks-/Stein-Bauteil. Werkstoff-Trennung gegen die Holz-Stütze; im Holzbau nicht etabliert.
  • Wand (wand, Welle 12): orthogonale Bauteilgruppe. Eine Stütze ist gerade nicht Mitglied einer Wand- Bauteilgruppe (Bedingung 6); ein wandgebundenes Vertikal- bauteil ist staender, nicht stuetze.
  • Dachstuhl (dachstuhl, Welle 12): Aggregat. Eine Stütze in einem Dachstuhl ist konstitutiv eine Stuhlsäule (am Stuhlpfetten-Anschluss) oder eine Hängesäule (im Hängewerk), nicht eine allgemeine Stütze.
  • Binder (binder, Welle 12): werks-vorgefertigte Bauteilgruppe. Stützen tragen Binder, sind aber nicht selbst Binder.
  • Skelettbau (skelettbau, Forward-Verweis): Bauweise, die Stützen als zentrales Vertikalbauteil verwendet.
  • Fundament (fundament, Forward-Verweis): mineralisches Auflager unter dem Stützenfuß.
  • Hochstud (Forward-Verweis, kein eigener Eintrag): CH- historische Sub-Lesart einer geschoss-übergreifenden Stütze.
  • Bauteil (bauteil): Oberbegriff. Stütze ist Spezialisierung.

Implementierungshinweis

Datentyp (Domänen-Schicht, Kotlin, Schicht domain.bauteil):

package domain.bauteil

import domain.Toleranzen
import domain.bauteil.Bauteil
import domain.bauteil.Bauteilachse
import domain.geometrie.Einheitsvektor
import domain.geometrie.Punkt
import kotlin.math.max
import kotlin.math.min

/**
 * Stütze als werkstoffneutrale Bauteilrolle: lotrechtes Stab-Bauteil
 * mit Querschnitts-Verhältnis q_max ≤ 4·q_min (DIN 1045-1) ohne
 * Wand-Inzidenz; punktueller Lastträger im Skelettbau, Pfosten-
 * Riegel-Konstruktion, Hallenbinder-Auflager.
 *
 * Glossar: hg_stuetze.md
 *
 * Vorzeichenkonvention: Die Bauteilachse ist vom Fuß (p_a, am
 * Auflager / der Gründung) zum Kopf (p_e, an aufgehender Tragebene)
 * gerichtet. Wie bei Ständer ist die Orientierung geometrisch
 * zwingend.
 *
 * Werkstoff-Neutralität: Holz, Stahl, Stahlbeton, Mauerwerk, Stein.
 * Werkstoff wird über bauteil.werkstoff geführt, nicht über
 * Subtyp-Hierarchie. Holz-spezifische Spezialisierung
 * `Holzstuetze` ist Folgearbeit.
 *
 * Disjunkt zu `Staender`: Eine Stütze ist nicht Mitglied einer
 * Wand-Bauteilgruppe; Bauteile mit Wand-Inzidenz qualifizieren als
 * Ständer, nicht als Stütze.
 */
data class Stuetze(
    val bauteil: Bauteil,
    /** Querschnitts-Hauptabmessungen (q_max, q_min) in mm. */
    val querschnitt: Querschnittsabmessungen,
) {
    val achse: Bauteilachse.Gerade
        get() = (bauteil.geometrie as Bauteilgeometrie.Stab).achse
                as Bauteilachse.Gerade
    val laenge: Double get() = achse.laenge          // mm
    val richtung: Einheitsvektor get() = achse.richtung
    val fuss: Punkt get() = achse.anfang
    val kopf: Punkt get() = achse.ende

    /** Lotrechtheitsprädikat: ‖d_hat × e_z‖ ≤ KOLLINEAR_EPS. */
    fun istLotrecht(eps: Double = Toleranzen.KOLLINEAR_EPS): Boolean {
        val d = richtung
        val sinusQuadrat = d.x * d.x + d.y * d.y
        return sinusQuadrat <= eps * eps
    }

    /** DIN-1045-1: q_max ≤ 4·q_min. */
    fun erfuelltStuetzenQuerschnitt(): Boolean =
        querschnitt.qMax <= 4.0 * querschnitt.qMin
}

data class Querschnittsabmessungen(
    val qMax: Double,   // mm
    val qMin: Double,   // mm
)

sealed class StuetzeEntartet {
    object Nullachse              : StuetzeEntartet()
    object NichtLotrecht          : StuetzeEntartet()
    object FalscheOrientierung    : StuetzeEntartet()  // p_a.z ≥ p_e.z
    object QuerschnittWandartig   : StuetzeEntartet()  // q_max > 4·q_min
    object MitWandInzidenz        : StuetzeEntartet()  // → Staender
}
  • Einheit: Längen in mm (Double); Winkel intern in Radiant.
  • Identität: BauteilId aus dem zugrunde liegenden Bauteil (Memory project_bauteil_identifikation).
  • Invarianten (in der Factory stuetzeAusBauteil(...) prüfen, bei Verletzung Resultat.Fehler mit StuetzeEntartet-Variante; niemals Exception):
  • Stabgeometrie und Bauteilachse vom Typ Bauteilachse.Gerade.
  • Achsenlänge > Toleranzen.LAENGE_EPS — sonst Nullachse.
  • ‖d_hat × e_z‖ ≤ Toleranzen.KOLLINEAR_EPS — sonst NichtLotrecht.
  • p_a.z + Toleranzen.LAENGE_EPS < p_e.z — sonst FalscheOrientierung.
  • q_max ≤ 4·q_min — sonst QuerschnittWandartig.
  • Keine Wand-Inzidenz: Bauteil ist nicht Mitglied einer Wand- Bauteilgruppe (Cross-Aggregat-Prüfung im Modell-Container) — sonst MitWandInzidenz (mit Empfehlung zur Umwandlung in Staender).
  • Edge Cases:
  • Geneigte Stütze: leicht aus dem Lot geneigte Stütze (z. B. expressive Architektur, Hallenbau-Schrägbinder-Auflager). Wenn Bedingung 2 verletzt ist, qualifiziert das Bauteil nicht als Stütze im Sinne dieses Eintrags. Geneigte tragende Stäbe sind typisch Streben oder spezielle Schräg-Stützen; eine eigene Spezialisierung schraege_stuetze ist Folgearbeit.
  • Geschossstütze: Stütze über mehrere Geschosse mit Stoß auf Geschossdecke. In der App-Modellierung als eine Stütze pro Geschoss (Stoß = Auflager / Knoten) oder als durchgehende Stütze (Modell-Entscheidung).
  • Pendelstütze und eingespannte Stütze: geometrisch identisch; Unterschied liegt im Auflager-Typ (gelenkig vs. biegesteif) und damit im auflager-Eintrag, nicht in der Stütze selbst.
  • Sehr schlanke Stütze (q_max/q_min nahe 1): zulässig, etwa runde Holzstütze oder Stahl-Rundrohr. Bedingung 4 ist mit Gleichheit erfüllt.
  • Wandartige Stütze (q_max/q_min > 4): nicht zulässig als Stütze; das Bauteil ist im DIN-1045-1-Sinn eine Wand. Im Holzbau typischerweise eine CLT-Wandelement, eine Wandscheibe aus mehreren Ständern oder eine massive Holzwand.
  • Mit Wand-Inzidenz: ein in eine Wand eingebundenes lotrechtes Holz qualifiziert als staender, nicht als stuetze (Bedingung 6). Bei strukturellem Zweifel die Wand-Inzidenz vorrangig prüfen.
  • Folgearbeit-Trigger:
  • hg_holzstuetze.md: holz-spezifische Spezialisierung mit CH-spezifischen Bemessungsregeln nach SIA 265:2021 §5. Trigger: erstes Tool, das Holz-Stützen explizit bemisst.
  • hg_schraege_stuetze.md: geneigte Stütze als Schwester-Rolle oder Subtyp. Trigger: erste expressive Architektur- oder Hallenbau-Schrägbinder-Modellierung.
  • hg_stuetzenfuss.md und hg_stuetzenkopf.md: Anschluss- Detail-Einträge analog hg_konstruktionsdetail.md. Trigger: erste Verbindungs-Detail-Modellierung am Stützen-Endpunkt.
  • SIA-265-Verifikation: bei Volltext-Zugriff (Eric) SIA 265:2021 §1.1 Fachausdrücke direkt prüfen, ob „Stütze" als Lemma geführt ist; Wurzel-Wahl ggf. als ABW-Welle korrigieren (siehe Quellenkonflikt-Block (5)).
  • Skelettbau-Tool: erste Skelettbau-Modellierung mit Pfosten-Riegel-Raster. Ankert die stuetze-Verwendung im App-Code.

Quellen

Primär (normativ):

  • SIA 265:2021, „Holzbau", Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, Zürich, §1.1 Fachausdrücke.
  • DIN 1045-1, „Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton — Teil 1: Bemessung und Konstruktion", Beuth, Berlin.
  • DIN EN 1995-1-1:2010-12, „Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten – Teil 1-1".
  • DIN 1052:2008-12, „Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken".

Sekundär:

  • Lignum: Pressemitteilung 2021 — Anwendungshilfen für neue SIA-Norm Holzbau. lignum.ch/auf_einen_klick/news/.
  • Lignum: Holz A–Z / Konstruktion. lignum.ch/holz_a_z/ konstruktion/.
  • Lignum (Hrsg.): Holzbautabellen HBT 1 (2024). Lignum, Zürich.
  • BauNetz Wissen Holz: „Stützen | Holz", baunetzwissen.de.
  • Mönck, W.; Rug, W.: Holzbau – Bemessung und Konstruktion.
  • Auflage, Beuth, Berlin 2015.
  • Natterer, J.; Herzog, T.; Volz, M.: Holzbau-Atlas. 4. Auflage, Birkhäuser, Basel 2003.
  • Holzer, S.; Steiger, R.: ETH Zürich, Lehrunterlage „Holz IV — Dachwerke mit liegendem Stuhl", FS 2023.
  • Pollmeier: BauBuche-Stützen im Skelettbau. pollmeier.com.
  • Wikipedia, Lemmata „Stütze (Bauteil)", „Skelettbau (Holz)", „Pfosten-Riegel-Konstruktion", „Pfeiler" (abgerufen 2026-05-16).

Korpus (nicht autoritativ):

  • baunetzwissen.de „Stützen | Holz".
  • binderholz, Hasslacher, Hüttemann BSH-Hersteller.
  • SIHGA / Simpson Strong-Tie Stützenfuss-Verbinder.
  • Recherche-Bericht: docs/recherche/2026-05-16_tragglieder_vertikal.md.
  • Recherche-Bericht: docs/recherche/2026-05-15_pfosten_staender_lastpfad.md.

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