Werkstoff
Prosa-Definition¶
Ein Werkstoff ist ein abstrakter Oberbegriff für die materialphysikalische Klasse, aus der ein Element der App-Ontologie besteht, die durch eine Anisotropie-Charakterisierung (Faserrichtungs-Modus), eine Produktkennzeichnung nach den einschlägigen Werkstoffnormen und gegebenenfalls eine ausgezeichnete Plattendicken-Achse beschrieben ist und die in einer der vier konkreten Holzwerkstoff-Subklassen axiales Holz, Mehrlagenholz, gerichteter Plattenwerkstoff oder isotroper Plattenwerkstoff beziehungsweise in der fünften Subklasse Werkstoff Stahl (für Verbindungsmittel, Verbinder und Verstärkungselemente) instanziiert wird.
Mathematische Definition¶
Sei
- 𝓜𝓜 := { HART, STRUKTURIERT, SCHWACH, KEINE } die Menge der
Faserrichtungs-Modi (Memory
project_faserrichtung_modi), - 𝓟 die Menge der zulässigen Produktkennzeichnungen (siehe
produktkennzeichnung), - S² ⊂ ℝ³ die Einheitssphäre (siehe
einheitsvektor), - 𝓐 := S² ⊎ {⊥} die Menge der zulässigen Plattendicken-Achsen (Vektor oder „nicht gesetzt").
Dann ist ein Werkstoff das Tupel
W := (faserrichtungs_modus, produktkennzeichnung, plattendicken_achse?,
⟨subklassen-spezifische Felder⟩)
mit den Pflichtkomponenten
- faserrichtungs_modus ∈ 𝓜𝓜 (bestimmt das Pflichtfeld-Profil der konkreten Subklasse),
- produktkennzeichnung ∈ 𝓟 (CE / DIN 4074 / EN 14080 / EN 14081 / EN 14374 / EN 16351 / EN 312 / EN 622 / EN 300 / EN 636, je nach Subklasse),
und der Optionalkomponente
- plattendicken_achse? ∈ 𝓐 (Pflicht bei Plattenwerkstoffen; ⊥ bei axialem Holz).
Der Werkstoff ist abstrakt: Werkstoff selbst ist nicht instanziierbar, sondern bezeichnet die Vereinigung der fünf konkreten Subklassen-Mengen
𝓦 := 𝓐𝓗 ⊎ 𝓜𝓛 ⊎ 𝓖𝓟 ⊎ 𝓘𝓟 ⊎ 𝓦𝓢𝓽
mit
- 𝓐𝓗 = Menge der axialen Hölzer (siehe
axiales_holz), - 𝓜𝓛 = Menge der Mehrlagenhölzer (siehe
mehrlagenholz), - 𝓖𝓟 = Menge der gerichteten Plattenwerkstoffe (siehe
gerichteter_plattenwerkstoff), - 𝓘𝓟 = Menge der isotropen Plattenwerkstoffe (siehe
isotroper_plattenwerkstoff), - 𝓦𝓢𝓽 = Menge der Stahl-Werkstoffe (siehe
werkstoff_stahl, für Verbindungsmittel, Verbinder und Verstärkungselemente).
Die Subklassen sind durch ihren Faserrichtungs-Modus charakterisiert:
∀ w ∈ 𝓐𝓗 : faserrichtungs_modus(w) = HART
∀ w ∈ 𝓜𝓛 : faserrichtungs_modus(w) = STRUKTURIERT
∀ w ∈ 𝓖𝓟 : faserrichtungs_modus(w) = SCHWACH
∀ w ∈ 𝓘𝓟 : faserrichtungs_modus(w) = KEINE
∀ w ∈ 𝓦𝓢𝓽 : faserrichtungs_modus(w) = KEINE
Die fünf Mengen sind paarweise disjunkt und ihre Vereinigung deckt
𝓦 ab. Der Modus KEINE wird sowohl von 𝓘𝓟 als auch von 𝓦𝓢𝓽 getragen
(siehe faserrichtungs_modus); die Disjunktheit zwischen 𝓘𝓟 und
𝓦𝓢𝓽 wird durch die sealed-Subklassen-Identität gewährleistet, nicht
durch den Modus.
Zugehörigkeit zu Element: Jedes Element E ∈ 𝓔 (siehe element)
trägt genau einen Werkstoff w(E) ∈ 𝓦 als Pflichtfeld.
Wohldefiniertheit¶
- Existenz: Für jeden konkreten Holzwerkstoff am Markt lässt
sich der Faserrichtungs-Modus eindeutig bestimmen
(Memory
project_faserrichtung_modi). Die vier Holzwerkstoff- Subklassen decken alle in EC5 / SIA 265 / EN 13986 zugelassenen Holzwerkstoffe ab; die fünfte Subklassewerkstoff_stahldeckt die für den Holzbau relevanten Stahl-Elemente (Verbindungsmittel, Verbinder, Verstärkungselemente) ab. - Eindeutigkeit der Klassifikation: Jeder konkrete Werkstoff
fällt in genau eine der fünf Subklassen. Die Disjunktheit wird
bei den Holzwerkstoffen durch die paarweise disjunkten Modi
HART, STRUKTURIERT, SCHWACH, KEINE getragen; die zusätzliche
Disjunktheit zwischen
isotroper_plattenwerkstoffundwerkstoff_stahl(beide tragen Modus KEINE) wird durch die sealed-Subklassen-Identität getragen (siehefaserrichtungs_modus). - Abstrakt, nicht instanziierbar: Werkstoff selbst hat keine
Konstruktoren in der Domänen-Schicht (Kotlin:
sealed interface). Jede Instanz ist notwendigerweise einer der fünf Subklassen zugeordnet. - Disjunktheit der Subklassen: 𝓐𝓗, 𝓜𝓛, 𝓖𝓟, 𝓘𝓟, 𝓦𝓢𝓽 sind paarweise disjunkt. Die Klassifikation eines konkreten Werkstoffs in eine der fünf Mengen ist eine Werkstoff-Eigenschaft, die aus der Produktnorm (CE-Kennzeichnung) ableitbar ist und nicht konstruktionsseitig variiert.
- Konsistenz Modus ↔ Plattendicken-Achse:
- Bei Modus HART (axiales Holz) ist
plattendicken_achse = ⊥(kein Plattenwerkstoff). - Bei Modi STRUKTURIERT, SCHWACH ist
plattendicken_achse ∈ S²Pflicht (Plattenwerkstoffe mit Faserrichtungs-Annotation haben eine ausgezeichnete Plattendicken-Achse). - Bei Modus KEINE hängt der Pflichtcharakter von der
Subklasse ab:
isotroper_plattenwerkstoffführtplattendicken_achse ∈ S²als Pflicht;werkstoff_stahlführtplattendicken_achse = ⊥(Stahl ist kein Plattenwerkstoff). - Nicht-Zirkularität: Die Definition verwendet ausschließlich
die Primitive
vektor,einheitsvektor,produktkennzeichnung,toleranzenund den abstrakten Typ Faserrichtungs-Modus. Sie verweist nicht auf Subklassen in ihrer eigenen Definition, sondern grenzt sich nur extensional zu deren Vereinigung 𝓦 ab.
Erläuterung (nicht normativ)¶
Anisotropie-Charakterisierung¶
Holz im engeren Sinn ist orthotrop mit drei Hauptrichtungen:
- L (Longitudinal): parallel zur Stammachse, parallel zur Faserlängsachse.
- R (Radial): radial vom Markstrahl nach außen.
- T (Tangential): tangential zu den Jahrringen.
Vollständige orthotrope Beschreibung benötigt 9 unabhängige elastische Konstanten (3 E-Moduln, 3 Schubmoduln, 3 Querkontraktions- zahlen). Im Ingenieurholzbau wird typisch transversale Isotropie unterstellt (R ≈ T, Reduktion auf 5 unabhängige Konstanten); diese Annahme ist Grundlage der EC5-Bemessungsformeln.
„Faserrichtung" im strengen physikalischen Sinn ist die L-Richtung. Festigkeit und Steifigkeit parallel zur Faser sind um Faktor 8 bis 30 höher als rechtwinklig zur Faser; die Faserrichtung ist daher direkte Bemessungseingabe (Hankinson-Formel, Lochleibungs- festigkeit f_h,α,k, Mindestabstände der Verbindungsmittel).
Vier Faserrichtungs-Modi (Memory project_faserrichtung_modi)¶
| Modus | Subklasse | Pflichtfeld im Datenmodell |
|---|---|---|
| HART | axiales_holz |
1 Vektor faserrichtung |
| STRUKTURIERT | mehrlagenholz |
Lagenstruktur ≥ 3 Lagen + Haupttragrichtung |
| SCHWACH | gerichteter_plattenwerkstoff |
1 Vektor plattenlaengsrichtung |
| KEINE | isotroper_plattenwerkstoff |
nur plattendicken_achse (Plattenebene-Isotropie) |
| KEINE | werkstoff_stahl |
weder plattendicken_achse noch Faserrichtung (3D-Isotropie) |
Diese Klassifikation ist die strukturelle Grundlage der Werkstoff-Hierarchie und konsistent mit:
- EC5-Bemessungslogik: Hankinson-Formel ist nur für HART wohldefiniert; bei STRUKTURIERT je Lage; bei SCHWACH abgeschwächt; bei KEINE nicht erforderlich.
- EC5-Tabellen: führen für KEINE-Werkstoffe eine einzige Festigkeit pro Beanspruchungsart in der Plattenebene; für SCHWACH-Werkstoffe (OSB) f_m,0 und f_m,90; für STRUKTURIERT pro Lage; für HART parallel/senkrecht plus Hankinson.
- Produktnormen: EN 14080 (BSH), EN 14081 (Bauholz), EN 14374 (LVL), EN 16351 (CLT), EN 636 (Sperrholz), EN 300 (OSB), EN 312 (Spanplatte), EN 622 (Faserplatten/MDF/HDF) sind je Werkstoffklasse spezifisch.
Werkstoff vs. Element¶
Werkstoff ist Eigenschaft eines Elements, nicht das Element
selbst. Ein Sparren ist ein Bauteil (Element-Subklasse) aus
einem Werkstoff (typisch axiales Holz, Festigkeitsklasse C24). Eine
Vollgewindeschraube ist ein Verbindungsmittel (Element-
Subklasse) aus einem Werkstoff (Stahl, später eigener Eintrag).
Die Trennung Element-Hierarchie ↔ Werkstoff-Hierarchie ist
orthogonal und folgt dem IFC-Modell (IfcMaterial als Property
von IfcElement).
Werkstoff vs. Produktkennzeichnung¶
Werkstoff identifiziert die Klasse (axiales Holz, Festigkeitsklasse C24), Produktkennzeichnung identifiziert die Charge eines konkreten gelieferten Produkts (CE-Kennzeichen mit Hersteller, Werkscharge, Lieferdatum). Beide sind orthogonal: zwei Bauteile aus derselben Werkstoffklasse können verschiedene Produktkennzeichnungen tragen.
Beziehungen¶
- Oberbegriff: keiner. Werkstoff ist die Wurzel der Werkstoff-Hierarchie.
- Subklassen (fünf Geschwister, je ein eigener Eintrag):
- Axiales Holz (
axiales_holz): Modus HART. Vollholz, KVH, BSH, LVL, Balkenschichtholz. - Mehrlagenholz (
mehrlagenholz): Modus STRUKTURIERT. Brettsperrholz/CLT/BSP/X-LAM, Furniersperrholz, Multiplex. - Gerichteter Plattenwerkstoff
(
gerichteter_plattenwerkstoff): Modus SCHWACH. OSB. - Isotroper Plattenwerkstoff
(
isotroper_plattenwerkstoff): Modus KEINE (in Plattenebene quasi-isotrop). Spanplatte P4–P7, MDF, HDF, harte Faserplatten. - Werkstoff Stahl (
werkstoff_stahl): Modus KEINE (3D-isotrop). Werkstoff von Verbindungsmitteln (Schraube, Nagel, Bolzen, Stabdübel), Verbindern (Balkenschuh, Knotenblech) und Verstärkungselementen (Vollgewindeschrauben). - Bestandteile (partitiv) eines Werkstoffs:
- Faserrichtungs-Modus (
faserrichtungs_modus, eigener Eintrag folgt; Aufzählungstyp): Pflicht. - Produktkennzeichnung (
produktkennzeichnung): Pflicht. - Plattendicken-Achse (
plattendicken_achse, eigener Eintrag folgt): bei Plattenwerkstoffen Pflicht, bei axialem Holz nicht definiert. - Verwendung:
- Element (
element): trägt genau einen Werkstoff als Pflichtfeld. - Bauteil (
bauteil): erbt das Werkstoff-Pflichtfeld von Element; Update-Task #16 stellt das bestehende Bauteil- Werkstoff-Feld auf diese Hierarchie um. - Verbindungsmittel (
verbindungsmittel): trägt typisch einen Stahl-Werkstoff (Folge-Eintragwerkstoff_stahl). - Abgrenzung:
- Bauteil (
bauteil): Werkstoff ist Eigenschaft, Bauteil ist Element. Werkstoff trägt keine Geometrie und keine Lage in W; Bauteil trägt beides plus einen Werkstoff. - Element (
element): Element ist die App-Ontologie- Wurzel der verbauten Einzelobjekte; Werkstoff ist Eigenschaft eines Elements, kein Element. - Produktkennzeichnung (
produktkennzeichnung): identifiziert die Charge eines konkreten Werkstoff-Produkts; Werkstoff identifiziert die Klasse. Beide orthogonal. - Festigkeitsklasse (
festigkeitsklasse, Folgearbeit): Werkstoff-Eigenschaft (z. B. C24, GL24h, BSP-Q3); ist Bestandteil eines konkreten Werkstoffs, nicht synonym zum Werkstoff. - Faserrichtung (
faserrichtung): geometrische Annotation eines Bauteils (Einheitsvektor in W); ist nicht der Werkstoff, sondern wird gemäß Werkstoff-Subklasse typisiert (HART: ein Vektor; STRUKTURIERT: lagenweise; SCHWACH: Plattenlängsrichtung; KEINE: nicht definiert). - „Material" (umgangssprachlich): in der Branche oft
synonym zu „Werkstoff" verwendet, aber zu unscharf für die
Ontologie. „Material" wird im Phase-1-Schema dieses Glossars
nicht als Synonym geführt — vgl.
abgelehnte_benennungen. - Werkstoff-Eigenschaften (E-Modul, Rohdichte, Festigkeit parallel/senkrecht): sind quantitative Attribute eines konkreten Werkstoffs, nicht der abstrakten Klasse Werkstoff. Werden in der Festigkeitsklassen-Hierarchie geführt.
Implementierungshinweis¶
Datentyp (Domänen-Schicht, Kotlin, Schicht zimmermann.domain.holzbau.werkstoff):
package zimmermann.domain.holzbau.werkstoff
import zimmermann.domain.geometrie.Einheitsvektor
import zimmermann.domain.identifikation.Produktkennzeichnung
/**
* Faserrichtungs-Modus eines Werkstoffs.
* Glossar: hg_werkstoff.md — Memory project_faserrichtung_modi.
*
* Bestimmt das Pflichtfeld-Profil der Werkstoff-Subklasse:
* HART -> 1 Vektor faserrichtung
* STRUKTURIERT -> Lagenstruktur >= 3 + Haupttragrichtung
* SCHWACH -> 1 Vektor plattenlaengsrichtung
* KEINE -> nur plattendicken_achse
*/
enum class FaserrichtungsModus { HART, STRUKTURIERT, SCHWACH, KEINE }
/**
* Wurzel der App-Werkstoff-Hierarchie.
* Glossar: hg_werkstoff.md
*
* Abstrakt, nicht direkt instanziierbar. Konkrete Subklassen sind
* AxialesHolz, Mehrlagenholz, GerichteterPlattenwerkstoff,
* IsotroperPlattenwerkstoff (eigene Folge-Klassen).
*
* Pflichtfelder: faserrichtungsModus, produktkennzeichnung.
* Optionalfeld: plattendickenAchse (Pflicht bei Plattenwerkstoffen,
* null bei axialem Holz).
*
* Validierung: konkrete Subklassen stellen Konstruktoren auf
* `internal` und exponieren ausschliesslich Factory-Methoden
* `aus(...): Resultat<KonkreterWerkstoff>`. Invarianten werden
* in der Factory geprueft, nicht in `init+require`. Bei Verletzung
* wird `Resultat.Fehler` zurueckgegeben; es wird nie eine Exception
* geworfen. Vorbild: `LokalePlatzierung.aus(...)`.
*/
sealed interface Werkstoff {
/** Anisotropie-Charakterisierung; je Subklasse fest. */
val faserrichtungsModus: FaserrichtungsModus
/** Normative Produktkennzeichnung (CE / DIN 4074 / EN 14080 / …). */
val produktkennzeichnung: Produktkennzeichnung
/**
* Plattendicken-Achse (Einheitsvektor in W) bei Plattenwerkstoffen;
* null bei axialem Holz.
*/
val plattendickenAchse: Einheitsvektor?
}
- Einheit: Faserrichtungs-Modus dimensionslos (Aufzählung); Plattendicken-Achse dimensionsloser Einheitsvektor.
- Identität: Werkstoff trägt keine UUID. Werkstoff ist eine Werteklasse (value class / data class), nicht ein identifiziertes Objekt. Identität wird auf der Element-Ebene geführt; mehrere Elemente dürfen denselben Werkstoff-Wert teilen.
- Subklassenpflicht:
Werkstoffistsealed; jede Instanz ist notwendigerweise einer der fünf konkreten Subklassen zugeordnet (vier Holzwerkstoff-Subklassen plusWerkstoffStahl). Die Subklassen prüfen je eigene Invarianten (siehe ihre Implementierungshinweise). - Invarianten (ausschliesslich in Factory-Methoden
KonkreterWerkstoff.aus(...): Resultat<KonkreterWerkstoff>prüfen; bei VerletzungResultat.Fehlerzurückgeben. Keininit+requireund keine Exception; Konstruktoren der Subklassen sindinternalund werden nur aus der Factory aufgerufen. Vorbild:LokalePlatzierung.aus(...)und das Factory-Pattern der D6-Skizzen): faserrichtungsModusist gesetzt.produktkennzeichnungist gesetzt und konsistent zur Subklasse (z. B.EN 14080nur beiAxialesHolz-BSH).- Konsistenz Modus ↔ Plattendicken-Achse:
- HART:
plattendickenAchse == null. - STRUKTURIERT, SCHWACH:
plattendickenAchse != nullund Norm-Invariante geerbt vonEinheitsvektor. - KEINE: subklassen-abhängig.
IsotroperPlattenwerkstofffordertplattendickenAchse != null;WerkstoffStahlfordertplattendickenAchse == null.
- HART:
- IFC-Mapping (Persistenzschicht):
IfcMaterial.Name← Subklasse + Festigkeitsklasse (z. B. „Vollholz C24", „BSH GL24h", „BSP CL3-h").IfcMaterial.Category← Subklasse (z. B. „axial timber", „cross-laminated timber").- Property Sets:
Pset_MaterialWoodBasedBeam(axiales Holz),Pset_MaterialWoodBasedPanel(Plattenwerkstoffe). - Edge Cases:
- Werkstoff ohne Faserrichtungs-Modus: nicht erlaubt; Validierungsfehler bei Konstruktion.
- Werkstoff ohne Produktkennzeichnung: nicht erlaubt;
in frühen Entwurfsphasen darf eine Platzhalter-
Produktkennzeichnung
Produktkennzeichnung.UNBEKANNTgeführt werden, die vor Bemessung aufgelöst sein muss. - Mischwerkstoffe (z. B. Hybrid CLT-Beton): nicht durch
diese Hierarchie abgedeckt; eigene Folge-Klasse
werkstoff_hybrid(Folgearbeit). - Bezeichner-Konvention (CLAUDE.md): Domänen-Klasse heißt
Werkstoff(deutsch, Glossarbegriff); Subklassen heißenAxialesHolz,Mehrlagenholz,GerichteterPlattenwerkstoff,IsotroperPlattenwerkstoff.
Quellen¶
Primär (normativ):
- DIN EN 1995-1-1:2010-12, „Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten – Teil 1-1: Allgemeines – Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau".
- SIA 265:2021, „Holzbau", Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, Zürich.
- DIN EN 13986:2015-06, „Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung".
- ISO 16739-1:2024, „Industry Foundation Classes (IFC) for data sharing in the construction and facility management industries — Part 1: Data schema".
Sekundär:
- Niemz, P.; Sonderegger, W.: Physik des Holzes und der Holzwerkstoffe. Hanser, München 2017.
- Blass, H. J.; Sandhaas, C.: Ingenieurholzbau – Grundlagen der Bemessung. KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2016.
- Forest Products Laboratory (FPL): Wood Handbook — Wood as an Engineering Material. General Technical Report FPL-GTR-282, USDA, Madison WI 2021.
- Schickhofer, G.: Forschungsarbeiten zum Brettsperrholz, TU Graz, Institut für Holzbau und Holztechnologie.
- Lignum (Hrsg.): Holzbautabellen HBT. Lignum, Zürich, aktuelle Auflage.
Korpus (nicht autoritativ):
- Holzbau Deutschland, Merkblatt „Begriffe und Klassifizierungen für den Holzbau" (abgerufen 2026-05-08).
- ProHolz Austria, „Brettsperrholz Bemessung Band I" (abgerufen 2026-05-08).
- Wikipedia, Lemma „Holzwerkstoff" (abgerufen 2026-05-08).