Holzbau¶
Alle Begriffe im Bereich Holzbau auf einen Blick, je mit einer kurzen, einfachen Erklärung. Für die vollständige Definition den Begriff anklicken.
- Andreaskreuz — Ein Andreaskreuz sind zwei schräge Hölzer, die in einem Wandfeld über Kreuz gespannt sind — wie ein grosses X —, damit die Wand bei Wind nicht seitlich wegkippt.
- Anschnitt — Ein Anschnitt ist ein schräg statt gerade abgesägtes Balkenende, damit es sauber an ein anderes Bauteil anschliesst — ähnlich dem schrägen Anspitzen eines Bleistifts.
- Axiales Holz — Axiales Holz ist Bauholz, dessen Fasern alle in eine Richtung der Länge nach durchlaufen — wie bei einem Balken, einem Brett oder einem geleimten Träger —, weshalb es längs viel mehr aushält als quer.
- Bearbeitung — Eine Bearbeitung ist jede Stelle, an der von einem Holzstück Material weggenommen wird — etwa ein Einschnitt, ein Loch oder ein schräger Schnitt —, damit das Bauteil passt oder mit anderen zusammengefügt werden kann.
- Bohrung — Eine Bohrung ist ein rundes Loch im Holz, das mit dem Bohrer gemacht wird und entweder ganz durch das Bauteil geht oder nur ein Stück tief als Sackloch — etwa für eine Schraube oder einen Bolzen.
- Dach — Ein Dach ist der oberste Abschluss eines Gebäudes aus dem tragenden Holzgerüst, den Dachflächen und allen Schichten darauf, der das Haus nach oben gegen Regen, Schnee und Wind schützt.
- Dachabdichtung — Eine Dachabdichtung ist die wasserdichte, fugenlose Aussenhaut eines flachen Daches aus Folie oder Bahnen, die das Wasser komplett abhält, auch wenn es einmal stehen bleibt.
- Dachaufbau — Der Dachaufbau ist die Abfolge aller Schichten, die von innen nach aussen auf dem Dachgerüst liegen — etwa Dampfbremse, Dämmung und Eindeckung —, bis hinauf zur äussersten wetterfesten Schicht.
- Dachfläche — Eine Dachfläche ist eine der ebenen, schrägen (oder beim Flachdach waagrechten) Seiten eines Daches, über die das Regenwasser abläuft.
- Dachform — Die Dachform beschreibt, wie ein Dach von aussen aussieht — wie viele Dachflächen es hat, wie sie zueinander stehen und wie steil sie sind, etwa als Satteldach, Walmdach oder Flachdach.
- Dachhaut — Die Dachhaut ist die gedachte glatte Aussenhülle, die sich oben über die oberste Schicht des Dachs spannt — bei geneigten Dächern über die Ziegel, bei Flachdächern über die Abdichtung.
- Dachkante — Eine Dachkante ist eine Linie am Dach, an der eine Dachfläche endet oder zwei Dachflächen aufeinandertreffen — etwa der First oben, die Traufe unten oder ein Grat.
- Dachneigung — Die Dachneigung ist der Winkel, um den eine Dachfläche gegenüber der Waagrechten geneigt ist — also wie steil oder flach das Dach ist.
- Dachschräge — Eine Dachschräge ist die schräge Innenfläche unter dem Dach, die man im ausgebauten Dachgeschoss als geneigte Wand-Decke über sich sieht.
- Dachseite — Eine Dachseite ist eine Dachfläche mit einem Hinweis auf ihre Lage — etwa Wetterseite, Sonnenseite oder Traufseite —, damit klar ist, welche Seite des Daches gemeint ist.
- Dachüberstand — Der Dachüberstand ist der Teil des Daches, der über die Aussenwände des Hauses hinausragt und so die Wände vor Regen und Sonne schützt.
- Dampfbremse — Eine Dampfbremse ist eine Folie auf der Raumseite der Dämmung, die feuchte Raumluft bremst, damit in der Dämmung kein Wasser ausfällt und das Holz nicht nass wird.
- Eindeckung — Eine Eindeckung ist die oberste Schicht eines schrägen Dachs aus überlappenden Einzelteilen wie Ziegeln, Schindeln oder Blechen, die den Regen schuppenartig nach unten in die Rinne ableiten.
- Faserrichtung — Die Faserrichtung gibt an, in welche Richtung die Holzfasern in einem Bauteil verlaufen — also die «Maserung der Länge nach» —, und in dieser Richtung ist das Holz am stärksten.
- Faserrichtungs-Modus — Der Faserrichtungs-Modus sagt, wie geordnet die Holzfasern in einem Werkstoff liegen — alle in eine Richtung (wie beim Balken), kreuzweise geschichtet, schwach bevorzugt oder völlig durcheinander (wie bei der Spanplatte).
- Ferse — Die Ferse ist die hintere, tiefste Stelle am schräg eingeschnittenen Fuss einer Holzstrebe, an der sie sich fest gegen das darunterliegende Holz abstützt — ähnlich der Ferse eines Fusses.
- Festigkeitsklasse — Die Festigkeitsklasse ist eine Art Gütestempel für Bauholz (zum Beispiel «C24»), der in Kurzform angibt, wie viel das Holz aushält und wie steif es ist — vergleichbar mit einer Belastbarkeits-Note.
- First — Der First ist die oberste waagrechte Kante eines Dachs, an der die beiden Dachflächen ganz oben zusammenlaufen.
- Firstpfette — Eine Firstpfette ist ein langer waagrechter Balken ganz oben am Dachfirst, auf dem die oberen Enden der Sparren aufliegen.
- Fussband — Ein Fussband ist eine kurze schräge Holzstrebe, die unten den Fuss eines stehenden Pfostens mit dem darunterliegenden waagrechten Balken verbindet und diese Ecke gegen seitliches Verschieben versteift.
- Fußpfette — Eine Fusspfette ist ein langer waagrechter Balken unten am Dachrand, auf dem die unteren Enden der Sparren aufliegen und der ihre Last in die Wand weitergibt.
- Gerichteter Plattenwerkstoff — Ein gerichteter Plattenwerkstoff ist eine Holzplatte wie OSB, deren grobe Späne überwiegend in eine Richtung liegen, sodass sie in dieser Richtung etwas mehr aushält als quer dazu.
- Grat — Ein Grat ist die schräg ansteigende Aussenkante eines Daches, an der zwei Dachflächen an einer vorspringenden Ecke wie ein Dachrücken zusammenlaufen — etwa an einem Walmdach.
- Gratsparren — Ein Gratsparren ist der schräge Eckbalken, der genau auf der vorspringenden Gratlinie eines Dachs liegt — von der unteren Ecke schräg bis zum First hinauf — und die Last beider angrenzenden Dachflächen trägt.
- Hängesäule — Eine Hängesäule ist ein senkrechtes Holz im Dachgerüst, das nicht von unten stützt, sondern einen darunterliegenden langen Balken in seiner Mitte von oben aufhängt, damit dieser nicht durchhängt.
- Hankinson-Winkel — Der Hankinson-Winkel ist der Winkel zwischen der Richtung, in der eine Kraft auf ein Holz drückt, und der Richtung der Holzfasern — denn längs der Faser ist Holz viel stärker als quer dazu, und dieser Winkel sagt, wie viel es an der Stelle aushält.
- Haupttragrichtung — Die Haupttragrichtung ist bei einer mehrlagig verleimten Holzplatte die Richtung, in der sie am steifsten und tragfähigsten ist — nämlich die Faserrichtung ihrer äusseren Deckschicht.
- Isotroper Plattenwerkstoff — Ein isotroper Plattenwerkstoff ist eine Holzplatte wie Spanplatte oder MDF, bei der die Späne kreuz und quer liegen, sodass sie in alle Richtungen der Fläche gleich viel aushält.
- Kehlbalken — Ein Kehlbalken ist ein waagrechter Balken, der zwei gegenüberliegende Dachsparren auf halber Höhe miteinander verbindet, damit sie sich nicht durchbiegen oder auseinanderdrücken.
- Kehle — Eine Kehle ist die geneigte, nach innen springende Dachkante, in der zwei Dachflächen wie eine Rinne zusammenlaufen und in der sich das Regenwasser beider Flächen sammelt.
- Kehlsparren — Ein Kehlsparren ist der schräge Balken, der in der nach innen einspringenden Ecke liegt, wo zwei Dachflächen wie in einer Rinne zusammenstossen, und der die Last beider Dachseiten samt dem dort zusammenlaufenden Regen- und Schmelzwasser nach unten trägt.
- Kerve — Eine Kerve ist ein dreieckiger Ausschnitt an der Unterseite eines Sparrens mit einer kleinen waagrechten Sitzfläche, mit der der Sparren sauber und kippsicher auf einem darunterliegenden Balken (der Pfette) aufliegt.
- Knagge — Eine Knagge ist ein kurzer, meist dreieckiger Holzklotz, der wie eine kleine Konsole seitlich aus einem Pfosten herausragt und einen darüberliegenden Balken abstützt, dessen Last er in den Pfosten weitergibt.
- Konterlatte — Eine Konterlatte ist eine schmale Holzleiste, die längs auf den Sparren (in Gefällerichtung) genagelt wird und einen Luftspalt schafft, durch den das Dach unter der Eindeckung hinterlüftet wird und trocknen kann.
- Kopfband — Ein Kopfband ist eine kurze schräge Strebe, die oben am Pfosten ansetzt und ihn mit dem darüberliegenden waagrechten Balken zu einem festen Dreieck verbindet, damit diese Ecke nicht wackelt.
- Lage — Eine Lage ist eine einzelne Holzschicht innerhalb einer verleimten Mehrschicht-Platte (wie Sperrholz oder Brettsperrholz), mit eigener Dicke und eigener Faserrichtung. Alternativ: Im Zimmereialltag meint «Lage» auch einfach, wie und wo ein Bauteil im Raum liegt.
- Lagenstruktur — Eine Lagenstruktur ist der gesamte Schichtaufbau einer verleimten Mehrschicht-Platte — also wie viele Holzschichten übereinanderliegen, wie dick jede ist und in welche Richtung ihre Fasern jeweils zeigen, meist über Kreuz wechselnd.
- Latte — Eine Latte ist eine schmale Holzleiste, die quer über die Sparren genagelt wird und auf der die Dachziegel oder Schindeln aufliegen.
- Mann — Ein Mann ist eine symmetrische Aussteifungs-Figur in einer Fachwerkwand: ein senkrechter Pfosten, an dessen Kopf und Fuss je zwei schräge Bänder ansetzen, sodass das Ganze wie eine Strichmännchen-Figur aussieht und die Wand versteift.
- Mehrlagenholz — Ein Mehrlagenholz ist eine Holzplatte aus mehreren kreuzweise verleimten Brettschichten — wie Sperrholz oder Brettsperrholz —, deren wechselnde Faserrichtung sie in alle Richtungen stabil und formstabil macht.
- Mittelpfette — Eine Mittelpfette ist ein langer waagrechter Balken, der auf halber Höhe der Dachschräge unter den Sparren längs verläuft und sie dort zusätzlich abstützt, damit sie nicht durchhängen.
- Nebentragrichtung — Die Nebentragrichtung ist bei einer Holzplatte die schwächere Richtung quer zur Haupttragrichtung — die Richtung, in der die Platte weniger Last tragen kann und sich leichter durchbiegt.
- Ortgang — Der Ortgang ist die schräge seitliche Dachkante am Giebel, die vom First hinunter zur Traufe verläuft und die Dachfläche am Hausende abschliesst.
- Pfette — Eine Pfette ist ein langer waagrechter Balken, der quer unter den Sparren liegt und parallel zum Dachfirst verläuft, und der das Gewicht der Sparren aufnimmt und an seine Stützen (Wände oder Säulen) weitergibt.
- Plattendicken-Achse — Die Plattendicken-Achse ist die gedachte Richtung quer durch eine Holzplatte hindurch — vom einen flachen Gesicht zum anderen, in Richtung der dünnsten Abmessung.
- Plattenlängsrichtung — Die Plattenlängsrichtung ist bei einer Holzplatte die Richtung, in der die Holzfasern der Deckschicht verlaufen — meist entlang der langen Plattenkante —, und in der die Platte am meisten Last tragen kann.
- Pultkante — Eine Pultkante ist die obere waagrechte Abschlusskante eines Pultdachs, das nur in eine Richtung abfällt — also die hohe Kante gegenüber der tieferliegenden Traufe, wo beim Satteldach der First wäre.
- Rähm — Ein Rähm ist der waagrechte Balken, der ganz oben auf einer Holzwand liegt, die Köpfe aller senkrechten Pfosten verbindet und die Last von Decke oder Dach sammelt und in die Wand weitergibt.
- Riegel — Ein Riegel ist ein waagrechter Querbalken, der zwischen zwei senkrechten Pfosten einer Holzwand eingespannt ist, das Wandfeld in kleinere Felder unterteilt und die Wand aussteift.
- Schicht — Eine Schicht ist eine der übereinanderliegenden Lagen in einem Wand- oder Dachaufbau mit einer bestimmten Aufgabe — etwa die Wärmedämmung, die Dampfbremse oder die wasserführende Bahn —, jede aus einem eigenen Material und mit eigener Dicke.
- Schwelle — Eine Schwelle ist der unterste waagrechte Balken einer Holzwand, der direkt auf dem Fundament oder Sockel aufliegt, die senkrechten Pfosten trägt und das trockene Wandholz vom feuchten Untergrund trennt.
- Sparren — Ein Sparren ist einer der schrägen Balken, die nebeneinander von der Traufe bis zum First verlaufen, das Gerüst der Dachfläche bilden und das Gewicht von Dachdeckung, Schnee und Wind tragen.
- Sparrenüberstand — Der Sparrenüberstand ist das Stück des Sparrens, das unten am Dachrand über die Hauswand hinausragt und so das Vordach bildet, das die Fassade vor Regen schützt.
- Ständer — Ein Ständer ist ein senkrechter tragender Pfosten in einer Holzwand, der zwischen der unteren Schwelle und dem oberen Rähm eingespannt ist und das Gewicht von Decke und Dach senkrecht nach unten weiterleitet.
- Strebe — Eine Strebe ist ein schräg eingebauter Balken in einer Wand, der zusammen mit den waagrechten und senkrechten Hölzern ein stabiles Dreieck bildet und so die Wand gegen seitliches Verschieben aussteift.
- Stuhlsäule — Eine Stuhlsäule ist ein stützender Pfosten im Dachstuhl, der eine darüberliegende Pfette von unten abfängt und deren Last auf einen tragenden Querbalken oder die Decke darunter weiterleitet.
- Traufe — Die Traufe ist die unterste waagrechte Kante eines Schrägdachs am Dachrand, an der das Regenwasser abläuft und meist die Dachrinne sitzt.
- Unterdach — Ein Unterdach ist eine zweite, wasserführende Schutzschicht unter den Dachziegeln, die das Wasser, das bei Sturm oder Schneetreiben durch die Ziegel dringt, auffängt und sicher zur Traufe ableitet.
- Versatz — Ein Versatz ist eine keilförmige Aussparung, die in einen tragenden Balken geschnitten wird, sodass ein schräger Druckbalken (etwa eine Strebe oder ein Sparren) mit seinem zugeschnittenen Ende formschlüssig und rutschsicher hineinpasst und seine Last überträgt.
- Wand — Eine Wand ist die zusammengehörige Holz-Baugruppe aus unterer Schwelle, oberem Rähm und den senkrechten Ständern dazwischen — ergänzt um aussteifende Schräghölzer —, die einen Raum abschliesst und das Gewicht von Decke und Dach trägt.
- Wärmedämmung — Eine Wärmedämmung ist eine Schicht aus einem schlecht wärmeleitenden Material wie Mineralwolle oder Holzfaser, die in Wand oder Dach eingebaut wird, damit im Winter die Wärme nicht nach draussen entweicht.
- Werkstoff — Ein Werkstoff ist das Material, aus dem ein Bauteil besteht — etwa Vollholz, eine verleimte Holzplatte oder Stahl —, jeweils mit eigenen Eigenschaften wie Faserrichtung und Festigkeit.
- Werkstoff Stahl — Werkstoff Stahl ist das Material Stahl, aus dem im Holzbau die Verbindungsteile wie Schrauben, Nägel, Bolzen und Beschläge bestehen — ein Material, das in alle Richtungen gleich fest ist, anders als Holz.
- Zapfen — Ein Zapfen ist ein rechteckiger Holzvorsprung, der am Ende eines Balkens stehen gelassen wird und wie ein Stecker in das passende Loch (das Zapfenloch) eines anderen Holzes gesteckt wird, sodass beide formschlüssig zusammenhalten.
- Zapfenloch — Ein Zapfenloch ist ein rechteckiges Loch, das in einen Balken gestemmt wird, damit der herausstehende Zapfen eines anderen Balkens genau hineinpasst und beide Hölzer fest ineinandergreifen.