Bauteilfläche
Prosa-Definition¶
Eine Bauteilfläche ist eine ebene, polygonal berandete Aussenfläche eines Bauteils, die als Facette des Bauteilpolyeders auf einer eindeutig bestimmten Trägerebene liegt, mit aus dem Bauteil heraus zeigender Aussennormale orientiert ist und eine im Kontext des zugehörigen Bauteils eindeutige Adressierungs-Identität trägt.
Mathematische Definition¶
Sei
- B ein Bauteil im Sinne von
bauteilmit identifizierter UUID und einem Bauteilkörper, dessen geometrische Repräsentation ein Polyeder P(B) = (V_B, E_B, F_B, ι_F, ι_E) im Sinne vonpolyeder(B-Rep) ist, - F_B = (F_1, …, F_k) die Familie der Begrenzungsflächen von P(B);
jedes F_l ist ein Polygon in Berandungs-Lesart (siehe
polygon, Abschnitt „Zwei zulässige Lesarten") in einer zugehörigen Trägerebene E_l (sieheebene), - n_hat_l ∈ S² die nach
polyeder(Mannigfaltigkeits-Orientierung) eindeutig bestimmte aus P(B) heraus zeigende Einheitsnormale der Facette F_l, - I_B eine endliche Indexmenge zur Adressierung der ausgezeichneten
Aussenflächen von B (zum Beispiel
I_B ⊆ {RS1, …, RS6}im prismatischen BTLx-Fall), - ρ : I_B → F_B eine Rollen-Zuordnung, die jedem Adressierungs-Index ι ∈ I_B genau eine Facette ρ(ι) ∈ F_B zuordnet, mit ρ injektiv (jede ausgezeichnete Aussenfläche trägt genau einen Index).
Eine Bauteilfläche von B ist ein Tupel
BF(B, ι) := (F_l, E_l, n_hat_l, B, ι) (1)
mit F_l := ρ(ι), ι ∈ I_B, l ∈ {1, …, k}.
Die Tupel-Bestandteile sind:
- Polygon-Berandung F_l ∈ F_B (Polygon in Berandungs-Lesart in
E_l; siehe
polygon). - Trägerebene E_l (Ebene im Sinne von
ebene, durch einen beliebigen Eckpunkt von F_l und n_hat_l in Hesse-Normalform eindeutig bestimmt). - Aussennormale n_hat_l (aus P(B) heraus zeigend, Mannigfaltigkeits-
Orientierung der Hülle ∂P(B); siehe
polyeder, Bedingung 4). - Bauteil-Referenz B (UUID des zugehörigen Bauteils).
- Adressierungs-Index ι ∈ I_B (Rolle der Bauteilfläche im Kontext von B; im prismatischen BTLx-Fall einer der Werte RS1–RS6).
Die Menge aller Bauteilflächen von B ist
𝓑𝓕(B) := { BF(B, ι) | ι ∈ I_B } ⊆ F_B × ℰ × S² × {B} × I_B, (2)
mit |𝓑𝓕(B)| = |I_B|. Die Abbildung ι ↦ BF(B, ι) ist injektiv.
Wohldefiniertheit¶
-
Existenz. Für jedes Bauteil B mit nicht-degenerierter Polyeder- Hülle existiert mindestens eine Begrenzungsfläche (per
polyeder- Definition gilt k ≥ 4); die App-typischen prismatischen Stab- Bauteile mit Rechteck-Querschnitt liefern genau k = 6 Facetten und damit |I_B| ≤ 6. Plattenbauteile liefern typisch k = 6 (zwei Plattenflächen + vier Plattenkanten), gekrümmte oder ausgeschnittene Bauteile haben k entsprechend größer. Die Indexmenge I_B wird durch die zugehörige Bauteilrolle-Konvention festgelegt; im prismatischen Stab-Standardfall gilt I_B = {RS1, RS2, RS3, RS4, RS5, RS6} mit ρ(RS1)…ρ(RS4) = vier Längsseiten, ρ(RS5) = Anfangs-Stirnseite, ρ(RS6) = End-Stirnseite (BTL/BTLx- Konvention). -
Eindeutigkeit. Bei festgelegtem Bauteilpolyeder P(B) und festgelegter Rollen-Zuordnung ρ ist BF(B, ι) für jeden Index ι ∈ I_B eindeutig durch die Facette ρ(ι), ihre Trägerebene, ihre Aussennormale und das zugehörige Bauteil bestimmt. Die Trägerebene ist nach
ebene(modulo Vorzeichen); die kanonische Vorzeichenwahl ist „Aussennormale" und damit eindeutig. -
Wohldefiniertheit der Aussennormale. Da P(B) per
polyeder- Bedingung 4 eine geschlossene, orientierbare 2-Mannigfaltigkeits- Hülle besitzt, ist die Aussen-Orientierung jeder Facette eindeutig bestimmt; n_hat_l ist damit ohne weitere Wahl festgelegt. -
Repräsentanten-Unabhängigkeit der Trägerebene. Die Trägerebene E_l hängt nicht vom gewählten Stützpunkt der Hesse-Normalform ab — jeder Eckpunkt von F_l liefert dieselbe Ebene (siehe
ebene, Wohldefiniertheits-Abschnitt). Insbesondere ist die Trägerebene unabhängig von der zyklischen Reihenfolge der Polygon-Eckpunkte. -
Disjunktheit zwischen verschiedenen Bauteilflächen desselben Bauteils. Die Bauteilflächen-Polygone F_l und F_m (l ≠ m) eines Bauteilpolyeders teilen höchstens Randkanten (per
polyeder- Mannigfaltigkeits-Bedingung 2), nicht aber Innenpunkte; die Tupel BF(B, ι_l) und BF(B, ι_m) unterscheiden sich folglich bereits in ihrer Polygon-Berandungs-Komponente. -
Nicht-Zirkularität. Die Definition stützt sich auf
bauteil,polyeder(B-Rep),polygon(Berandungs-Lesart),ebeneund nimmt nicht auflaengsseite,stirnseiteoderdachseiteBezug. Die Spezialisierungen werden im Beziehungs-Abschnitt benannt, aber nicht in der Definition vorausgesetzt. -
Eliminierbarkeit. Jede Verwendung von „Bauteilfläche" lässt sich durch das Tupel (Facette, Trägerebene, Aussennormale, Bauteil-Referenz, Adressierungs-Index) ersetzen.
-
Grenzfälle.
- Bauteil mit Rundquerschnitt (Rundholzstütze, Bogenträger):
die Mantelfläche ist nicht eben und folglich keine
Polyeder-Facette im strengen Sinne. Solche Aussenflächen werden
in eigenen Folge-Einträgen erfasst (
mantelflaeche, Folgearbeit); der Bauteilflächen-Begriff bleibt auf ebene Facetten beschränkt. In der App-Praxis werden gekrümmte Mantelflächen typisch durch polygonale Approximation (Tessellierung) in eine endliche Familie ebener Facetten zerlegt, jede davon eine Bauteilfläche im Sinne dieses Eintrags. - Bauteilfläche mit Bearbeitung (Kerve, Versatz, Schlitz): die
Polygon-Berandung wird durch die Bearbeitung modifiziert; die
bearbeitete Polygonkette ist die neue Bauteilflächen-Berandung
(siehe
bearbeitung, Folgearbeit). Der Adressierungs-Index ι ändert sich nicht. - Plattenbauteile mit Faserrichtungs-Modus SCHWACH / KEINE
(OSB, Spanplatte, siehe Memory
project_faserrichtung_modi): die Bauteilflächen-Geometrie ist unberührt; die semantische Spezialisierungs-Familie ist eine andere (Plattenfläche / Plattenkante / Schmalseite / Breitseite im Plattenwerkstoff-Sinn, siehe Folgearbeit-Block).
Erläuterung (nicht normativ)¶
Hinweis zur Theorie-Pflicht¶
subglossar_pendant: optional (Abweichung vom Normalfall notwendig,
HG_KONVENTIONEN.md §7) ist hier bewusst gewählt: die didaktische
Substanz liegt bei den Spezialisierungen (laengsseite, stirnseite,
dachseite — alle notwendig), die ihre eigenen Subglossar-Pendants
tragen. Der abstrakte Sammelbegriff selbst trägt keinen eigenständigen
Stufen-Inhalt, der nicht schon durch die Spezialisierungen abgedeckt
ist.
Was die Bauteilfläche bündelt¶
Eine Bauteilfläche ist die App-eigene Zusammenfassung von drei Schichten:
- Topologische Schicht: eine Facette des Bauteilpolyeders (im
IFC-Vokabular: ein
IfcFacemitIfcFaceBound). - Geometrische Schicht: das Polygon in Berandungs-Lesart und seine Trägerebene mit Aussennormale.
- Rollen-Schicht: die Bauteil-Identifikation (UUID), der Adressierungs-Index ι (zum Beispiel BTLx RS1–RS6) und – über die konkrete Spezialisierung – die semantische Klassifikation (Längsseite / Stirnseite / Dachseite / Schmalseite / Breitseite / Plattenfläche / Plattenkante).
Diese Bündelung ist im DACH-Holzbau-Korpus nicht als stehender
Fachbegriff etabliert (siehe quellenkonflikt:-Block), in der
CAD/CAM-Werkzeugkette und in der IFC-Schicht jedoch in
verschiedenen, kompatiblen Varianten technisch vorhanden:
| Werkzeug / Standard | Pendant zur Bauteilfläche |
|---|---|
| BTL / BTLx | Reference Side RS1–RS4 (Längs), RS5/RS6 (Stirn) |
| Hundegger BVN/BVX | Längsseiten 1–4, „Front"/„Rear" (Stirn) |
| Dietrich's, cadwork intern | Reference Sides als Adressierung von Bearbeitungen |
| IFC 4.3 (topologisch) | IfcFace + IfcFaceBound (+ ggf. IfcFaceSurface) |
| IFC 4.3 (relational) | IfcConnectionSurfaceGeometry als Verbindungs-Sicht |
| Solid-Modeling-Literatur | Face-with-Role-Pattern (Hoffmann, Mäntylä) |
Die App führt die Rolle, nicht das Polyeder: der Polyeder-Begriff trägt die Topologie und die Aussennormalen-Orientierung; die Bauteilfläche fügt die semantische Klassifikation und die Adressierungs-Identität als separate Schicht hinzu.
Geschwister-Familie der Bauteilflächen¶
Die Spezialisierungen der Bauteilfläche unterscheiden sich nach Bauteilart und Bezugsrichtung:
| Spezialisierung | Bauteilart | Lage zur Bauteilachse / Bauteilrolle |
|---|---|---|
laengsseite |
Stabbauteil | Trägerebene parallel zur Bauteilachse |
stirnseite |
Stabbauteil | Trägerebene rechtwinklig (oder geneigt) zur Bauteilachse, an Bauteilende |
schmalseite (Folgearbeit) |
Rechteck-Stab | Längsseite parallel zur Querschnittsbreite |
breitseite (Folgearbeit) |
Rechteck-Stab | Längsseite parallel zur Querschnittshöhe |
mantelflaeche (Folgearbeit) |
Rundholz-Stab | nicht-eben; durch Tessellierung als Familie ebener Bauteilflächen darstellbar |
plattenflaeche (Folgearbeit) |
Plattenbauteil | grosse Aussenfläche der Platte (Ober-/Unterseite) |
plattenkante (Folgearbeit) |
Plattenbauteil | schmale Aussenfläche der Platte (Stirn-Entsprechung) |
plattenschmalseite / |
||
plattenbreitseite (Folgearbeit) |
Plattenbauteil | Plattenkanten-Familie nach Faserrichtungs-Modus |
dachseite |
Dachbauteil-Gruppen-Sicht | Dachfläche unter Orientierungs-Annotation (Wetter-, Sonnen-, Trauf-, Giebelseite) |
Die Familie ist nicht abgeschlossen: weitere Bauteilarten (Hohlkasten- Aussenflächen, Brettstapel-Schnittflächen, gekrümmte Träger) ziehen weitere Spezialisierungen nach sich, sobald sie in der App modelliert werden.
Verhältnis zur Dachseite¶
dachseite ist im aktuellen Glossar begriffstyp: merkmal (eine
Dachfläche unter Orientierungs-Annotation) und steht unter
oberbegriff: dachflaeche, nicht unter polygon wie laengsseite
und stirnseite. Die Dachseite ist daher eine gemischte
Spezialisierung: geometrisch eine Dachfläche, semantisch eine
Bauteilfläche eines Dachbauteils-Aggregats unter zusätzlicher
Orientierungs-Annotation. Eine Migration ihrer Beziehung in die
Bauteilflächen-Familie ist möglich, aber nicht zwingend; sie wird
im Folgearbeit-Block vorgemerkt.
Plattenwerkstoff-Familie (Memory project_faserrichtung_modi)¶
Plattenwerkstoffe mit Faserrichtungs-Modi STRUKTURIERT, SCHWACH oder KEINE tragen eine eigene Bauteilflächen-Familie:
- Plattenflächen (Ober-/Unterseite): die beiden grossen Aussenflächen einer Platte; geometrisch parallel und in der App ggf. ohne ausgezeichnete Ober-/Unterseiten-Unterscheidung (Modus KEINE oder SCHWACH ohne Annotation).
- Plattenkanten (Stirn-Entsprechung): die vier (im Rechteck- Standardfall) schmalen Aussenflächen. Bei gerichtetem Plattenwerkstoff (LVL, CLT mit Hauptrichtung) zerfallen sie weiter in Plattenschmalseite und Plattenbreitseite je nach Bezug zur Plattenlängsrichtung. Bei isotropem Plattenwerkstoff (Spanplatte) entfällt diese Unterscheidung.
Diese Familie ist eine eigenständige Spezialisierungs-Achse der
Bauteilfläche und nicht mit der Stab-Familie (Längsseite /
Stirnseite / Schmalseite / Breitseite) zu vermengen. Die App
unterscheidet sie strukturell über den Werkstoff-Modus des
Bauteils (werkstoff, faserrichtungs_modus); die Bauteilflächen-
Definition selbst bleibt einheitlich.
Beziehungen¶
- Oberbegriff:
null. Die Bauteilfläche ist als App-eigener Sammelknoten ohne übergeordneten Glossarbegriff geführt. Ihre unmittelbaren strukturellen Voraussetzungen —polygon(in Berandungs-Lesart als topologische Substanz der Facette) undbauteil(als Träger der Rollen-Identität) — stehen invoraussetzungen:, nicht inoberbegriff:. - Spezialisierungen:
laengsseite(bereits angelegt;oberbegriff: bauteilflaeche).stirnseite(bereits angelegt;oberbegriff: bauteilflaeche).dachseite(bereits angelegt; aktuelloberbegriff: dachflaechemitbegriffstyp: merkmal; mögliche zusätzliche Sicht als Spezialisierung vonbauteilflaeche, siehe Folgearbeit-Block).schmalseite/breitseite(Folgearbeit, Längsseiten- Spezialisierungen bei Rechteck-Querschnitt).mantelflaeche(Folgearbeit, rotationssymmetrische Stab-Bauteile).plattenflaeche/plattenkante(Folgearbeit, Plattenbauteile).- Bestandteile (partitiv) (im Sinne der Tupel-Bestandteile von Gleichung (1)):
- Polygon-Berandung F_l in Berandungs-Lesart (geerbt von
polygon). - Trägerebene E_l (geerbt von
ebene). - Aussennormalen-Vektor n_hat_l (Mannigfaltigkeits-Orientierung des Bauteilpolyeders).
- Bauteil-Referenz B (UUID).
- Adressierungs-Index ι ∈ I_B (zum Beispiel BTLx RS1–RS6).
- Verwendung:
- Sammel-Iteration über die Aussenflächen eines Bauteils im Renderer und im Werkplan-Modul.
- BTLx-Export (Folgearbeit Phase 4): jede Bearbeitung
referenziert eine Bauteilfläche über ihren Adressierungs-Index
(
ReferencePlaneIDim BTLx-Schema). - Verbindungs-Modellierung (
verbindung,verbindungsmittel): Verbindungs-Aufstandsflächen und Verbindungsmittel- Eindringungspunkte werden Bauteilflächen zugeordnet. - 3D-Visualisierung: einheitliche Aussennormalen-Behandlung aller Bauteilflächen eines Bauteils für Backface-Culling und Materialzuweisung im Renderer.
- IFC-Export (Folgearbeit Phase 4): jede Bauteilfläche wird
auf eine Kombination aus
IfcFace/IfcFaceBound/IfcFaceSurfaceabgebildet; die Rollen-Klassifikation wird überIfcPropertySet(kein normativer Standard, App-Konvention) persistiert. - Abgrenzung:
polygon: geometrisches Primitiv ohne Bauteilrolle und ohne Aussennormalen-Konvention. Eine Bauteilfläche enthält ein Polygon (in Berandungs-Lesart) als topologische Substanz, ist aber selbst kein Polygon.ebene: die Trägerebene einer Bauteilfläche ist eine Ebene im Sinne vonebene; die Bauteilfläche selbst ist eine beschränkte Teilmenge dieser Ebene mit Bauteilrolle.polyeder: der Bauteilkörper als Ganzes ist ein Polyeder; eine Bauteilfläche ist eine einzelne Facette dieses Polyeders zusammen mit ihrer Bauteilrolle. Das Polyeder bündelt alle Bauteilflächen eines Bauteils zur geschlossenen Hülle.querschnitt: Schnittfigur eines Stab-Bauteils mit einer Ebene rechtwinklig zur Bauteilachse an einer beliebigen Stelle. Ein Querschnitt liegt im Inneren des Bauteilkörpers (per Definition; siehehg_querschnitt.md) — es sei denn am Bauteilende, wo der Querschnitt mit der prismatisch- rechtwinkligen Stirnseite zusammenfällt. Eine Bauteilfläche ist grundsätzlich eine Aussenfläche und damit Bestandteil der Bauteilhülle, kein Inneren-Schnitt.bauteil: ein Bauteil hat eine Familie von Bauteilflächen; es ist aber selbst keine Bauteilfläche, sondern das übergeordnete Element mit Identität, Geometrie und Werkstoff.laengsseite,stirnseite,dachseiteals bereits existierende Spezialisierungen sind im Spezialisierungs-Block geführt; die Abgrenzung gegen den Sammelbegriff besteht in der Spezialisierungs-Beziehung (Bauteilfläche-Sein impliziert eine der Spezialisierungen).
Implementierungshinweis¶
Datentyp (Domänen-Schicht, Kotlin, Schicht
domain.bauteil.flaeche):
package domain.bauteil.flaeche
import domain.bauteil.Bauteil
import domain.geometrie.Ebene
import domain.geometrie.Polygon
import domain.geometrie.Vektor
import domain.identifikation.Uuid
/**
* Bauteilfläche: ebene Aussenfläche eines Bauteils als Facette des
* Bauteilpolyeders mit Aussennormalen-Konvention, Bauteil-Referenz
* und Adressierungs-Index (z. B. BTLx RS1–RS6).
*
* Glossar: hg_bauteilflaeche.md
*
* Die Klasse ist eine sealed-Basis für die konkreten
* Spezialisierungen (Längsseite, Stirnseite, Dachseite, Schmalseite,
* Breitseite, Plattenfläche, Plattenkante, …). Die Spezialisierungen
* tragen rollenspezifische Constraints (Lage zur Bauteilachse,
* Faserrichtungs-Bezug, Plattenwerkstoff-Achse).
*
* Aussennormale n_hat_l zeigt per Konvention aus dem Bauteilpolyeder
* heraus; ihre Orientierung folgt aus der Mannigfaltigkeits-
* Orientierung der Bauteilhülle (siehe hg_polyeder.md).
*/
sealed class Bauteilflaeche {
abstract val polygon: Polygon // F_l in Berandungs-Lesart
abstract val traegerebene: Ebene // E_l, durch p_0 ∈ F_l und n_hat_l
abstract val aussennormale: Vektor // n_hat_l, ‖aussennormale‖ ≈ 1
abstract val bauteil: Uuid // B (UUID-Referenz)
abstract val adressierung: AdressierungsIndex // ι ∈ I_B (z. B. BTLx RS1–RS6)
}
/**
* Adressierungs-Index einer Bauteilfläche im Kontext ihres Bauteils.
* Im prismatischen Stab-Standardfall entspricht der Index der
* BTLx-Reference-Side-Konvention (RS1–RS4 Längs, RS5/RS6 Stirn).
*
* Folgearbeit: Plattenbauteil-Adressierung (RS-Schema oder eigenes)
* und gekrümmte Bauteile.
*/
sealed class AdressierungsIndex {
data class BtlxReferenceSide(val nummer: Int) : AdressierungsIndex()
// weitere Adressierungs-Schemata folgen
}
- Einheit: Polygonkoordinaten in mm; Aussennormale dimensionslos (Einheitsvektor).
- Identität: keine eigene UUID. Die Bauteilfläche ist eine
abgeleitete Sicht auf das Bauteilpolyeder und trägt ihre
Identität indirekt über die Kombination aus
bauteil(UUID- Referenz) undadressierung(Index). Diese Wahl ist konsistent mit den bereits existierenden Spezialisierungenlaengsseiteundstirnseite(beide ohne eigene UUID). - Pflicht- und Optionalfelder:
polygon— Pflicht; ebenes Polygon in Berandungs-Lesart.traegerebene— Pflicht; durch das Polygon und die Aussennormale eindeutig bestimmt (siehe Wohldefiniertheit).aussennormale— Pflicht; aus dem Bauteilpolyeder heraus zeigend.bauteil— Pflicht; UUID-Referenz auf das zugehörige Bauteil.adressierung— Pflicht; Index ι ∈ I_B im Kontext des Bauteils.- Invarianten (in Companion-Factory der jeweiligen
Spezialisierung,
Resultat.Fehlerbei Verletzung; keine Exception): aussennormaleist normiert (‖aussennormale‖² ≈ 1 innerhalbToleranzen.NORM_EPS).traegerebeneenthält alle Eckpunkte vonpolygon(Polygon-Berandung liegt in der Trägerebene; perpolygon- Definition Bedingung 1).traegerebene.normaleist parallel zuaussennormale(Mannigfaltigkeits-Orientierungs-Konsistenz; sieheToleranzen.KOLLINEAR_EPS).bauteilreferenziert eine existierende Bauteil-Instanz im Modell-Zustand.adressierungist im Kontext des referenzierten Bauteils eindeutig (jeder Index nur einer Bauteilfläche zugeordnet; Rollen-Zuordnung ρ ist injektiv).- Konstruktion: Bauteilflächen werden aus dem Bauteil-Polyeder
und der Rollen-Zuordnung abgeleitet, nicht unabhängig
konstruiert. Die Domänen-Schicht stellt Faktor-Funktionen
Bauteil.bauteilflaechen()undBauteil.bauteilflaecheBeiIndex(adressierung)bereit. - IFC-Mapping (Persistenzschicht, Phase 4):
- Bauteilfläche →
IfcFacemitIfcFaceBoundund (sofern Trägergeometrie persistiert)IfcFaceSurfaceauf einerIfcPlane. - Adressierungs-Index und Rollen-Klassifikation →
IfcPropertySetamIfcFace(App-Konvention; kein normatives IFC-Property-Set für diese Klassifikation vorhanden). - Verbindungs-Sicht zweier Bauteilflächen →
IfcConnectionSurfaceGeometrymitSurfaceOnRelatingElementundSurfaceOnRelatedElement. - BTLx-Mapping (Persistenzschicht, Phase 4):
- Bauteilfläche → BTLx Reference Side (RS1–RS6 im prismatischen Stab-Standardfall).
- Bearbeitung auf einer Bauteilfläche →
ReferencePlaneID- Attribut des zugehörigen Bearbeitungs-Elements im BTLx-Schema. - Edge Cases:
- Bauteilfläche an Bauteil mit Rundquerschnitt: nicht-ebene
Mantelfläche; nicht als Bauteilfläche im engen Sinne dieses
Eintrags geführt, sondern als
mantelflaeche(Folgearbeit) oder als tessellierte Familie ebener Bauteilflächen (App-Wahl). - Bauteilfläche an Bauteil mit Bearbeitung (Kerve, Versatz,
Schlitz, Bohrung): die Polygon-Berandung enthält die durch die
Bearbeitung erzeugten zusätzlichen Eckpunkte. Bei
durchgehenden Bohrungen entsteht keine neue Bauteilfläche
(die Bohrung wird über
bearbeitungreferenziert, nicht über eine eigene Bauteilfläche). - Bauteilfläche an Plattenbauteil: die Spezialisierungs-
Familie ist eine andere (
plattenflaeche/plattenkante/plattenschmalseite/plattenbreitseite— Folgearbeit). Die Bauteilflächen-Definition selbst bleibt anwendbar. - Sehr kleine Bauteilflächen (Polygon-Flächeninhalt < etwa Toleranzen.FLAECHE_EPS): tritt typisch bei Tessellierung auf; die App kann solche Mikro-Facetten zusammenfassen oder als entartet ausweisen (Geometrie-Schicht-Entscheidung).
- Bezeichner-Konvention (CLAUDE.md): Klasse heißt
Bauteilflaeche(deutsch, Glossarbegriff; ASCII-Schreibweise wegen Kotlin-Identifier-Konvention). Diesealed class-Hierarchie trägt die bereits existierenden Spezialisierungs-KlassenLaengsseiteundStirnseiteals Subtypen (Migrations- Folgearbeit, siehe unten).
Folgearbeit (trigger-basiert):
- Migration der Code-Hierarchie: Umstellung von
data class Laengsseiteunddata class Stirnseiteaufclass Laengsseite : Bauteilflaeche()bzw.class Stirnseite : Bauteilflaeche()mit gemeinsamer sealed-Basis. Auslöser: erste Domänen-Operation, die einheitlich über die Bauteilflächen eines Bauteils iteriert. - Schmalseite / Breitseite (Stab-Spezialisierungen bei
Rechteck-Querschnitt): Folgearbeit gemäss Folgearbeit-Block in
hg_laengsseite.md. - Mantelfläche (rotationssymmetrische Stab-Bauteile): eigener Glossar-Eintrag und Code-Subtyp; Auslöser: erstes Bauteil mit Rundquerschnitt.
- Plattenflächen-Familie:
plattenflaeche(Ober-/Unterseite),plattenkante(Stirn-Entsprechung), bei gerichtetem Plattenwerkstoff zusätzlichplattenschmalseiteundplattenbreitseite. Auslöser: erstes Plattenbauteil mit expliziter Flächenmodellierung. Diese Familie ist eine eigenständige Spezialisierungs-Achse der Bauteilfläche und orthogonal zur Stab-Familie (Längsseite / Stirnseite); ihre Differenzierung folgt dem Faserrichtungs-Modus des Bauteils (Memoryproject_faserrichtung_modi). - Dachseite-Verhältnis klären: aktuell
oberbegriff: dachflaechemitbegriffstyp: merkmal. Eine zusätzliche Sicht als Spezialisierung vonbauteilflaeche(über die Dachbauteil- Aussenflächen eines Dachflächen-Aggregats) ist möglich, aber nicht zwingend. Auslöser: erste App-Operation, die Dachseiten und Stab-Bauteilflächen einheitlich adressieren muss. - Adressierungs-Index-Vereinheitlichung: aktuell ist der Index
als sealed
AdressierungsIndexmitBtlxReferenceSideals einzigem Konstruktor angelegt. Weitere Adressierungs-Schemata (Plattenbauteil-Codes, gekrümmte Bauteile, Hohlkasten) werden bei Bedarf ergänzt. IfcPropertySet-Schema für die Rollen-Klassifikation: App-Konvention, ohne IFC-normativen Standard. Folgearbeit Phase 4 bei IFC-Export-Etappe.
Quellen¶
Primär (normativ und technisch-standard):
- ISO 16739-1:2024, „Industry Foundation Classes (IFC) for data
sharing in the construction and facility management industries
– Part 1: Data schema". buildingSMART International; insbesondere
Entitäten
IfcFace(Abschnitt 8.20.3.7),IfcFaceBound(8.20.3.8),IfcFaceSurface(8.20.3.10),IfcConnectionSurfaceGeometry(8.7.3.9). - design2machine: BTLx Schema Version 2.3.1 (Stand 2025-07-08), und BTL V10. https://www.design2machine.com/btlx/ bzw. https://www.design2machine.com/btl/. Reference Sides RS1–RS6 als Adressierungs-Konvention für Bearbeitungen.
Sekundär (CAD/CAM-Hersteller-Dokumentation und akademisch):
- Tekla / Trimble: „Timber NC – BTL". Knowledgebase, https://support.tekla.com/article/timber-nc-btl (abgerufen 2026-05-14).
- Dietrich's: „Timber Coordinate Systems". https://docs.dietrichs.com (abgerufen 2026-05-14).
- cadwork Knowledgebase: IFC-Workflow. https://kb.cadwork.ch/holzbau/manual/1064 sowie 1018 und 1081 (abgerufen 2026-05-14).
- Hundegger Maschinenbau GmbH: BVN/BVX-Format-Dokumentation (Hersteller-internes Datenformat; öffentlich über zertifizierte Integratoren).
- Hoffmann, C. M.: Geometric and Solid Modeling – An Introduction. Morgan Kaufmann 1989, Kap. 3 „Boundary Representation".
- Mäntylä, M.: An Introduction to Solid Modeling. Computer Science Press 1988, Kap. 6 „Boundary Representation".
Korpus (Negativ-Beleg, „Bauteilfläche" nicht als Lemma):
- DIN 4074-1:2012-06, DIN EN 14081-1:2019-10, DIN EN 14080:2013-09, DIN EN 1995-1-1:2010-12, DIN 1052:2008-12, DIN 68800-2:2022-02, DIN EN 350:2016-12, DIN ISO 80000-2:2022-08, SIA 260:2013, SIA 265:2021, SIA 232/1:2020 — keine dieser Normen führt „Bauteilfläche" als geschlossenen Sammelbegriff.
- Mönck/Rug (2015), Natterer/Herzog/Volz (2003), Blass/Sandhaas (2016), Gerner (2007), Lignum HBT — verwenden spezialisierte Flächenbezeichnungen ohne Sammel-Oberbegriff.
- Holzbau Deutschland Merkblatt „Begriffe und Klassifizierungen für den Holzbau"; zimmerei-neuss.de Lexikon; baubeaver.de Glossar; lignocam.com BTLx-Übersicht (DE) — „Bauteilfläche" tritt in keinem dieser Glossare als Lemma auf.
- Recherche-Bericht:
docs/recherche/2026-05-14_hg_bauteilflaeche.md.