Werkstoff Stahl
Prosa-Definition¶
Ein Werkstoff Stahl ist ein Werkstoff im Sinne der App- Werkstoff-Hierarchie, dessen materialphysikalische Klasse Stahl ist (unlegierter Kohlenstoff- oder legierter nichtrostender Stahl), der ohne Faserrichtungs-, Lagen- oder Plattenrichtungs-Annotation auskommt (Faserrichtungs-Modus KEINE im Sinne von 3D-Isotropie), der durch eine Stahlgüte nach DIN EN ISO 898-1 (4.6, 5.6, 8.8, 10.9 etc.) bzw. DIN EN ISO 3506-1 (A2-70, A4-70 etc.) klassifiziert ist, der charakteristische Streckgrenze f_y,k und Zugfestigkeit f_u,k als ableitbare oder explizite Eigenschaften trägt und der als Werkstoff von Verbindungsmitteln (Schraube, Nagel, Bolzen, Stabdübel), Verbindern (Balkenschuh, Knotenblech) und Verstärkungselementen (Vollgewindeschrauben) im Holzbau verwendet wird.
Mathematische Definition¶
Sei
- 𝓦 die Menge der Werkstoffe (siehe
werkstoff), - 𝓜𝓜 = { HART, STRUKTURIERT, SCHWACH, KEINE } die Menge der
Faserrichtungs-Modi (siehe
faserrichtungs_modus), - 𝓟_St die Menge der für Verbindungsmittel/Verbinder zulässigen Produktkennzeichnungen (CE nach DIN EN 14592, DIN EN 14545, je nach Element-Subklasse),
- 𝓢𝓖 die Menge der Stahlgüten (siehe unten).
Dann ist ein Werkstoff Stahl das Tupel
WSt := (faserrichtungs_modus, produktkennzeichnung,
plattendicken_achse, stahlguete, streckgrenze?, zugfestigkeit?)
mit
- faserrichtungs_modus = KEINE (konstant für diese Subklasse,
im Sinne von 3D-Isotropie; siehe Wohldefiniertheit und
faserrichtungs_modus), - produktkennzeichnung ∈ 𝓟_St,
- plattendicken_achse = ⊥ (konstant: kein Plattenwerkstoff, keine geometrische Werkstoff-Anisotropie-Achse),
- stahlguete ∈ 𝓢𝓖,
- streckgrenze ∈ ℝ_{>0} ∪ {null} (in N/mm²; aus Stahlgüte ableitbar, optional explizit gesetzt),
- zugfestigkeit ∈ ℝ_{>0} ∪ {null} (in N/mm²; analog).
Die Stahlgüte 𝓢𝓖 ist der disjunkte Aufzählungstyp
𝓢𝓖 := 𝓢𝓖_unlegiert ⊎ 𝓢𝓖_nichtrostend ⊎ 𝓢𝓖_baustahl,
mit
𝓢𝓖_unlegiert := { 4.6, 4.8, 5.6, 5.8, 6.8, 8.8, 9.8, 10.9, 12.9 }
(DIN EN ISO 898-1)
𝓢𝓖_nichtrostend := { A1-50, A1-70, A1-80, A2-50, A2-70, A2-80,
A3-50, A3-70, A4-50, A4-70, A4-80, A5-50, A5-70 }
(DIN EN ISO 3506-1)
𝓢𝓖_baustahl := { S235, S275, S355, S420, S460 }
(DIN EN 10025-1, für
Verbinder-Stahlbleche)
Stahlgüten-Tabelle (Funktion von 𝓢𝓖 → ℝ⁺ × ℝ⁺ → (f_y,k, f_u,k); DIN EN ISO 898-1 Tab. 5 und EN ISO 3506-1):
4.6 : f_y,k = 240, f_u,k = 400 N/mm²
5.6 : f_y,k = 300, f_u,k = 500 N/mm²
6.8 : f_y,k = 480, f_u,k = 600 N/mm²
8.8 : f_y,k = 640, f_u,k = 800 N/mm²
10.9 : f_y,k = 900, f_u,k = 1000 N/mm²
12.9 : f_y,k = 1080, f_u,k = 1200 N/mm²
A2-70 : f_y,k = 450, f_u,k = 700 N/mm²
A4-70 : f_y,k = 450, f_u,k = 700 N/mm²
A2-80 : f_y,k = 600, f_u,k = 800 N/mm²
S235 : f_y,k = 235, f_u,k = 360 N/mm² (Bauteildicke ≤ 16 mm)
S275 : f_y,k = 275, f_u,k = 410 N/mm²
S355 : f_y,k = 355, f_u,k = 490 N/mm²
Es ist 𝓦𝓢𝓽 ⊂ 𝓦, d. h. die Menge der Stahl-Werkstoffe ist die
fünfte Geschwister-Teilmenge der Werkstoff-Menge
(𝓦 := 𝓐𝓗 ⊎ 𝓜𝓛 ⊎ 𝓖𝓟 ⊎ 𝓘𝓟 ⊎ 𝓦𝓢𝓽, siehe werkstoff) mit
faserrichtungs_modus = KEINE. Die Disjunktheit zu
isotroper_plattenwerkstoff (gleicher Modus) wird über die
sealed-Subklassen-Identität und das unterschiedliche
Pflichtfeld-Profil (plattendicken_achse = ⊥ bei werkstoff_stahl
vs. plattendicken_achse ∈ S² bei isotroper_plattenwerkstoff)
getragen.
Wohldefiniertheit¶
- Existenz: Für jedes nach DIN EN 14592, DIN EN 14545, EN ISO 898-1 oder EN ISO 3506-1 zertifizierte Verbindungsmittel bzw. Verbinder am Markt ist die Stahlgüte und damit der Werkstoff Stahl produktnormativ definiert (CE-Kennzeichnung).
- Eindeutigkeit der Klassifikation: Werkstoff Stahl ist disjunkt zu den vier Holzwerkstoff-Subklassen, weil:
- Stahl trägt keine Faserrichtung, keine Lagenstruktur, keine Plattenlängsrichtung — disjunkt zu HART, STRUKTURIERT, SCHWACH.
- Stahl ist 3D-isotrop, nicht „in der Plattenebene quasi-
isotrop wie Spanplatte" — disjunkt zu
isotroper_plattenwerkstoffdurch sealed-Subklassen-Identität und durch das Pflichtfeldplattendicken_achse = ⊥(vs.plattendicken_achse ∈ S²Pflicht beiisotroper_plattenwerkstoff). Diefaserrichtungs_modus = KEINE-Belegung ist semantisch konsistent: KEINE steht im Glossar generisch für „keine bemessungsrelevante Faserrichtung" und deckt sowohl in-Plattenebene-Isotropie als auch 3D-Isotropie ab (siehefaserrichtungs_modus). - Eindeutigkeit der Stahlgüte: pro Werkstoff-Instanz genau eine Stahlgüte; Mehrfach-Klassifikation („8.8 oder 10.9") ist nicht zulässig.
- Streckgrenze und Zugfestigkeit aus Stahlgüte ableitbar: die
Stahlgütentabelle (DIN EN ISO 898-1 Tab. 5 et al.) ist eine
endliche, normativ tabellierte Funktion. Wenn
streckgrenzeoderzugfestigkeitexplizit gesetzt sind, müssen sie konsistent zur Stahlgüte sein (Toleranzbereich nach Norm); andernfalls Validierungswarnung. - Plattendicken-Achse trivial null:
plattendicken_achse = ⊥ist Klassen-Invariante; Stahl ist kein Plattenwerkstoff im Sinne der EC5-Plattenwerkstoff-Bemessung. - Faserrichtungs-Modus = KEINE: semantisch „keine
bemessungsrelevante Faserrichtung", bei Stahl ausgeprägt als
3D-Isotropie (anders als bei
isotroper_plattenwerkstoff, das nur in der Plattenebene quasi-isotrop ist). Hankinson-Winkel ist nicht zutreffend. - Konsistenz produktkennzeichnung ↔ Element-Subklasse: EN 14592 (stiftförmige Verbindungsmittel: Schraube, Nagel, Bolzen, Stabdübel), EN 14545 (Verbinder: Balkenschuh, Winkel, Knotenblech), EN 1090-1 (allgemeiner Stahlbau für Verbindungselemente) sind je nach Element zugeordnet.
- Nicht-Zirkularität: Die Definition stützt sich auf
werkstoff,produktkennzeichnung,faserrichtungs_modus,toleranzen. Sie kommt nicht in ihrer eigenen Definition vor.
Erläuterung (nicht normativ)¶
Stahlgüte und Festigkeitsklassen-Bezeichnung¶
Bei unlegiertem Stahl (DIN EN ISO 898-1) ist die Stahlgüte zweistellig kodiert:
8.8 → f_u,k = 800 N/mm², f_y,k / f_u,k = 0,8 → f_y,k = 640 N/mm²
10.9 → f_u,k = 1000 N/mm², f_y,k / f_u,k = 0,9 → f_y,k = 900 N/mm²
Bei nichtrostendem Stahl (DIN EN ISO 3506-1) ist die Bezeichnung zweiteilig: A2 / A4 / A5 ist die Werkstoffklasse (austenitisch, mit unterschiedlichen Legierungselementen), -70 / -80 ist die Festigkeitsstufe (f_u,k = 700 / 800 N/mm²).
Anwendung im Holzbau¶
Stahl als Werkstoff im Holzbau tritt in drei Element-Rollen auf:
| Element-Rolle | Beispiele | Produktnorm |
|---|---|---|
| Verbindungsmittel | Schraube, Nagel, Bolzen, Stabdübel | EN 14592 |
| Verbinder | Balkenschuh, Winkel, Knotenblech | EN 14545 |
| Verstärkungselement | Vollgewindeschraube | EN 14592 |
Alle drei Elemente sind Geschwister unter element (siehe
element, Memory project_element_ontologie); sie tragen
gemeinsam einen Werkstoff der Subklasse Stahl.
Holzbau-Bemessung mit Stahleigenschaften¶
EN 1995-1-1 Abschnitt 8 verwendet für Verbindungsbemessung (Johansen-Theorie):
- Lochleibungsfestigkeit des Holzes f_h,α,k (Hankinson, siehe
hankinson_winkel). - Fließmoment der Schraube/des Bolzens M_y,Rk = 0,3 · f_u,k · d^2,6 (EN 1995-1-1 Gl. 8.30).
- Zugfestigkeit f_u,k der Schraube für Ausziehfestigkeit.
Damit gehen die Stahl-Eigenschaften direkt in die Holzbau- Bemessung ein; sie sind nicht „nur" Stahlbau-Größen.
Warum Modus = KEINE und nicht „STAHL"¶
Eine Erweiterung der Modus-Aufzählung um einen fünften Wert „STAHL" wurde geprüft und verworfen:
- Der Faserrichtungs-Modus klassifiziert die bemessungsrelevante Faserrichtung; ein fünfter Wert wäre semantisch redundant — Stahl gehört, wie Spanplatte/MDF/HDF, in die Klasse „keine bemessungsrelevante Faserrichtung".
- Die App-Domänen-Schicht trennt die Subklassen über sealed-
Hierarchien (
Werkstoffals sealed interface mit fünf Subklassen), nicht über die Modus-Aufzählung allein. Der Modus ist eine partielle Diskriminante (siehefaserrichtungs_modus). - Die Modus-Aufzählung ist EC5-bemessungsrelevant für Holzwerkstoffe (Hankinson, Lochleibung); für Stahl ist sie nicht anwendbar — das ist gerade die Aussage von KEINE.
faserrichtungs_modus = KEINE für Stahl ist damit nicht
Formalkonvention, sondern die semantisch korrekte Belegung im
Rahmen der vier Modi.
Beziehungen¶
- Oberbegriff:
werkstoff. Geschwister-Subklasse zuaxiales_holz,mehrlagenholz,gerichteter_plattenwerkstoff,isotroper_plattenwerkstoff. - Pflichtfelder über
werkstoffhinaus: - Stahlgüte (
stahlguete): sealed enum, oben definiert. - Streckgrenze (
streckgrenze): N/mm², optional explizit; aus Stahlgüte ableitbar. - Zugfestigkeit (
zugfestigkeit): N/mm², optional explizit; aus Stahlgüte ableitbar. - Verwendung:
- Verbindungsmittel (
verbindungsmittel): Pflicht-Werkstoff Stahl (Schraube, Nagel, Bolzen, Stabdübel). - Verbinder (
verbinder): Pflicht-Werkstoff Stahl (Balkenschuh, Winkel, Knotenblech). - Verstärkungselement (
verstaerkungselement): typisch Werkstoff Stahl (Vollgewindeschraube). - Abgrenzung:
axiales_holz,mehrlagenholz,gerichteter_plattenwerkstoff,isotroper_plattenwerkstoff: Holzwerkstoffe mit Bemessungsanisotropie; disjunkt zu Stahl. Stahl trägt keine Faserrichtung, keine Lagenstruktur, keine Plattenrichtung.festigkeitsklasse(Holzwerkstoffe): Aufzählungstyp werkstoff-spezifisch; bei Stahl wird die Rolle durch diestahlgueteübernommen. Beide sind Subtypen von Festigkeitsklasse-Aggregaten in derfestigkeitsklasse- Hierarchie.faserrichtung,lagenstruktur,plattenlaengsrichtung,haupttragrichtung,plattendicken_achse: alle nicht anwendbar für Stahl.- „Stahl" (umgangssprachlich): unscharf; im Glossar als Oberbegriff der konkreten Stahlgüten zu verstehen, nicht als Werkstoff-Instanz.
- Stahlbau-Werkstoff (DIN EN 1993-1-1, Baustähle S235–S460): auch als Stahlgüte führbar (Verbinder-Bleche), aber im Holzbau-Glossar nur über die Stahlgüten-Aufzählung referenziert; Stahlbau-spezifische Bemessung fällt außerhalb des App-Geltungsbereichs.
Implementierungshinweis¶
Datentyp (Domänen-Schicht, Kotlin, Schicht
domain.holzbau.werkstoff):
package domain.holzbau.werkstoff
import domain.geometrie.Einheitsvektor
import domain.identifikation.Produktkennzeichnung
/**
* Stahlgüte als Festigkeits-Aufzählung für Verbindungsmittel,
* Verbinder und Verstärkungselemente.
* Glossar: hg_werkstoff_stahl.md (Subtyp `Festigkeitsklasse` in
* der allgemeinen Festigkeitsklassen-Hierarchie).
*/
sealed interface Stahlguete {
val bezeichnung: String
val streckgrenze: Double // N/mm²
val zugfestigkeit: Double // N/mm²
val normReferenz: String
}
enum class StahlgueteUnlegiert(
override val bezeichnung: String,
override val streckgrenze: Double,
override val zugfestigkeit: Double
) : Stahlguete {
SG_4_6 ("4.6", 240.0, 400.0),
SG_5_6 ("5.6", 300.0, 500.0),
SG_6_8 ("6.8", 480.0, 600.0),
SG_8_8 ("8.8", 640.0, 800.0),
SG_10_9("10.9", 900.0, 1000.0),
SG_12_9("12.9", 1080.0, 1200.0);
override val normReferenz = "DIN EN ISO 898-1"
}
enum class StahlgueteNichtrostend(
override val bezeichnung: String,
override val streckgrenze: Double,
override val zugfestigkeit: Double
) : Stahlguete {
A2_70("A2-70", 450.0, 700.0),
A4_70("A4-70", 450.0, 700.0),
A2_80("A2-80", 600.0, 800.0);
override val normReferenz = "DIN EN ISO 3506-1"
}
enum class StahlgueteBaustahl(
override val bezeichnung: String,
override val streckgrenze: Double,
override val zugfestigkeit: Double
) : Stahlguete {
S235("S235", 235.0, 360.0),
S275("S275", 275.0, 410.0),
S355("S355", 355.0, 490.0);
override val normReferenz = "DIN EN 10025-1"
}
/**
* Werkstoff Stahl: fünfte Werkstoff-Subklasse, für Verbindungsmittel,
* Verbinder und Verstärkungselemente im Holzbau.
* Glossar: hg_werkstoff_stahl.md
*
* Trägt keine Faserrichtung, keine Lagenstruktur, keine
* Plattenrichtung. Faserrichtungs-Modus = KEINE im Sinne von
* 3D-Isotropie (siehe hg_faserrichtungs_modus.md).
*
* Pflichtfelder: stahlguete plus geerbt von Werkstoff
* (faserrichtungsModus = KEINE, produktkennzeichnung).
* Optionalfelder: streckgrenzeExplizit, zugfestigkeitExplizit (aus
* Stahlgüte ableitbar, optional explizit
* überschreibbar).
* Plattendicken-Achse: konstant null.
*
* Validierung: Konstruktor `internal`; Erzeugung erfolgt
* ausschliesslich über die Factory `WerkstoffStahl.aus(...)` mit
* Rückgabetyp `Resultat<WerkstoffStahl, WerkstoffStahlUngueltig>`.
* Invarianten werden in der Factory geprueft, nicht in `init+require`.
* Bei Verletzung wird `Resultat.Fehler` zurueckgegeben; es wird nie
* eine Exception geworfen. Vorbild: `LokalePlatzierung.aus(...)`.
*/
data class WerkstoffStahl internal constructor(
override val produktkennzeichnung: Produktkennzeichnung,
val stahlguete: Stahlguete,
/** Optional explizit; default ableiten aus stahlguete. */
val streckgrenzeExplizit: Double? = null,
/** Optional explizit; default ableiten aus stahlguete. */
val zugfestigkeitExplizit: Double? = null
) : Werkstoff {
override val faserrichtungsModus: FaserrichtungsModus
= FaserrichtungsModus.KEINE
override val plattendickenAchse: Einheitsvektor? = null
/** Effektive Streckgrenze (explizit oder aus Stahlgüte). */
val streckgrenze: Double
get() = streckgrenzeExplizit ?: stahlguete.streckgrenze
/** Effektive Zugfestigkeit (explizit oder aus Stahlgüte). */
val zugfestigkeit: Double
get() = zugfestigkeitExplizit ?: stahlguete.zugfestigkeit
companion object {
/**
* Erzeugt einen WerkstoffStahl. Validierung:
* 1. streckgrenzeExplizit, sofern gesetzt, > 0.
* 2. zugfestigkeitExplizit, sofern gesetzt, > 0.
* 3. produktkennzeichnung kompatibel mit Element-Subklasse
* (EN 14592 / EN 14545 / EN 10025-1) — Folgearbeit.
* 4. streckgrenzeExplizit konsistent mit
* stahlguete.streckgrenze innerhalb Norm-Toleranz —
* Folgearbeit.
* Bei Verletzung wird Resultat.Fehler zurueckgegeben.
*/
fun aus(
produktkennzeichnung: Produktkennzeichnung,
stahlguete: Stahlguete,
streckgrenzeExplizit: Double? = null,
zugfestigkeitExplizit: Double? = null
): Resultat<WerkstoffStahl, WerkstoffStahlUngueltig> = when {
streckgrenzeExplizit != null && streckgrenzeExplizit <= 0.0 ->
Resultat.Fehler(WerkstoffStahlUngueltig.StreckgrenzeNichtPositiv)
zugfestigkeitExplizit != null && zugfestigkeitExplizit <= 0.0 ->
Resultat.Fehler(WerkstoffStahlUngueltig.ZugfestigkeitNichtPositiv)
else -> Resultat.Erfolg(
WerkstoffStahl(
produktkennzeichnung,
stahlguete,
streckgrenzeExplizit,
zugfestigkeitExplizit
)
)
}
}
}
/** Domänen-Fehlerfälle der WerkstoffStahl-Validierung (keine Exceptions). */
sealed interface WerkstoffStahlUngueltig {
object StreckgrenzeNichtPositiv : WerkstoffStahlUngueltig
object ZugfestigkeitNichtPositiv : WerkstoffStahlUngueltig
// weitere Varianten (Produktkennzeichnungs-Kompatibilitaet,
// Stahlgueten-Konsistenz) in Folgearbeit.
}
- Einheit:
streckgrenzeundzugfestigkeitin N/mm² (= MPa). Anzeige in N/mm² (Holzbau-Konvention). - Identität: keine; Werteklasse / data class. Stahl-Werkstoff ist durch (Stahlgüte, Produktkennzeichnung) identisch.
- Invarianten (ausschliesslich in der Factory
WerkstoffStahl.aus(...): Resultat<WerkstoffStahl, WerkstoffStahlUngueltig>prüfen; bei VerletzungResultat.Fehlerzurückgeben. Keininit+requireund keine Exception; der Konstruktor istinternalund wird nur aus der Factory aufgerufen. Vorbild:LokalePlatzierung.aus(...)): faserrichtungsModus == KEINE(Klassen-Invariante).plattendickenAchse == null(Klassen-Invariante).streckgrenze > 0undzugfestigkeit > 0.- Wenn
streckgrenzeExplizitgesetzt: konsistent mitstahlguete.streckgrenzeinnerhalb Norm-Toleranz (Folgearbeit; aktuell ohne Strikt-Prüfung). produktkennzeichnungkonsistent zur Element-Subklasse (EN 14592 / EN 14545 / EN 10025-1).- IFC-Mapping (Persistenzschicht):
IfcMaterial.Name← „Stahl " + Stahlgüte (z. B. „Stahl 8.8", „Stahl A2-70", „Stahl S355").IfcMaterial.Category← „steel".- Property Set
Pset_MaterialSteel(IFC-Standard) mitYieldStress←streckgrenze,UltimateStress←zugfestigkeit. - Edge Cases:
- Streckgrenze ohne Stahlgüte (nur explizit): nicht
zulässig; Stahlgüte ist Pflichtfeld. Eine Stahlgüte ohne
Tabellen-Zuordnung wird über
StahlgueteIndividuellals Folge-Subtyp geführt (Folgearbeit). - Stahl mit ungewöhnlichen Eigenschaften (Sonderlegierungen z. B. Wetterfeste Stähle S355J0W): Folgearbeit; eigener Stahlgüten-Eintrag.
- Verzinkter / Galvanisierter Stahl: Beschichtung ist
Korrosionsschutz, kein Werkstoff-Merkmal. Wird in der
produktkennzeichnunggeführt (CE-Klasse mit Korrosions- Stufe), nicht im Werkstoff selbst. - Bezeichner-Konvention (CLAUDE.md): Domänen-Klasse heißt
WerkstoffStahl(deutsch, Glossarbegriff zusammengezogen, weil „Werkstoff Stahl" als Token nicht zulässig).
Quellen¶
Primär (normativ):
- DIN EN 1993-1-1:2010-12, „Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten – Teil 1-1".
- DIN EN ISO 898-1:2013-05, „Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl – Teil 1: Schrauben mit festgelegten Eigenschaften".
- DIN EN ISO 3506-1:2020-08, „Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus nichtrostenden Stählen – Teil 1: Schrauben".
- DIN EN 10088-1:2014-12, „Nichtrostende Stähle – Teil 1: Verzeichnis der nichtrostenden Stähle".
- DIN EN 10025-1:2005-02, „Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen".
- DIN EN 14592:2022-09, „Holzbauwerke – Stiftförmige Verbindungsmittel – Anforderungen".
- DIN EN 14545:2009-02, „Holzbauwerke – Verbinder – Anforderungen".
- DIN EN 1995-1-1:2010-12, „Eurocode 5", Abschnitt 8 (Verbindungen).
Sekundär:
- Blass, H. J.; Sandhaas, C.: Ingenieurholzbau – Grundlagen der Bemessung. KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2016.
- Mönck, W.; Rug, W.: Holzbau – Bemessung und Konstruktion.
- Aufl., Beuth, Berlin 2015.
- Lignum (Hrsg.): Holzbautabellen HBT. Lignum, Zürich.
- Werner, G.; Zimmer, K.; Bohnsack, R.: Holzbau Teil 2: Dach- und Hallentragwerke. 7. Aufl., Springer Vieweg, Wiesbaden 2018.
Korpus (nicht autoritativ):
- Würth, SFS, Heco, Spax: Datenblätter Vollgewindeschrauben, Holzbauschrauben (abgerufen 2026-05-08).
- Simpson Strong-Tie: Datenblätter Balkenschuhe, Winkel (abgerufen 2026-05-08).
- Wikipedia, Lemmata „Festigkeitsklasse (Schrauben)", „Nichtrostender Stahl" (abgerufen 2026-05-08).