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Knagge

Eine Knagge ist ein kurzer, meist dreieckiger Holzklotz, der wie eine kleine Konsole seitlich aus einem Pfosten herausragt und einen darüberliegenden Balken abstützt, dessen Last er in den Pfosten weitergibt.

Prosa-Definition

Eine Knagge ist eine Bauteilrolle in Form eines dreieckigen Vollholz-Blocks, dessen Geometrie über (a) einen Pfosten-Anker — eine Verzapfungs- oder Stirn-Verbindung an einem lotrechten oder geneigten stützenden Bauteil — und (b) eine Auflager-Fläche für ein darüber- oder seitlich getragenes Bauteil (Deckenbalken, Pfette, Sparren) definiert ist und als Konsole Last vom getragenen Bauteil in das stützende Bauteil leitet.

Mathematische Definition

Sei

  • B ein Bauteil im Sinne von bauteil mit Volumen-Geometrie (geometrie ∈ 𝒢_volumen); der Bauteil-Körper ist ein konvexer dreieckiger Prisma-Block (Approximation: die geschwungene Unterseite historischer Knaggen wird in der App-Modellierung durch ihre konvexe Hülle ersetzt, die Wohldefiniertheit ist davon unabhängig — siehe Wohldefiniertheits-Block),
  • W das Weltkoordinatensystem mit e_z:= (0, 0, 1)ᵀ als vertikale Welt-Achse,
  • A_P ⊂ ℝ³ eine Pfosten-Anker-Fläche des Bauteil-Körpers von B (eine ebene Fläche des Knagge-Polyeders, an der die Verzapfung mit dem Pfosten/Ständer S anliegt) mit Stützpunkt q_P und Normaleneinheitsvektor n_hat_P ∈ S²,
  • A_A ⊂ ℝ³ eine Auflager-Fläche des Bauteil-Körpers von B (eine ebene Fläche, auf der ein getragener Balken T aufliegt) mit Stützpunkt q_A und Normaleneinheitsvektor n_hat_A ∈ S²,
  • S ein stützendes Bauteil (Ständer/Pfosten/geneigte Stütze) mit Bauteilachse a(S),
  • T ein getragenes Bauteil (Deckenbalken, Pfette, Sparren, Riegel) mit Bauteilachse a(T),
  • ε_K:= Toleranzen.KOLLINEAR_EPS, ε_L:= Toleranzen.LAENGE_EPS, ε_W:= Toleranzen.WINKEL_EPS.

Dann heißt B eine Knagge mit Pfosten-Anker A_P am stützenden Bauteil S und Auflager-Fläche A_A für das getragene Bauteil T genau dann, wenn die folgenden Bedingungen alle erfüllt sind:

  1. Volumen-Geometrie mit zwei ausgezeichneten Flächen: der Knagge-Körper trägt zwei nicht-koplanare Anker-Flächen A_P und A_A,

    ‖n_hat_P × n_hat_A‖ > ε_K,
    

    d. h. die beiden Normalenvektoren sind nicht kollinear. (Eine Knagge mit koplanaren Pfosten- und Auflager-Flächen wäre keine Konsole, sondern ein gewöhnlicher Balken- Abschnitt.)

  2. Pfosten-Anker-Inzidenz: die Pfosten-Anker-Fläche A_P liegt mit Toleranz ε_L bündig an der Bauteilachse a(S) des stützenden Bauteils, in dem Sinne, dass der Pfosten-Anker-Stützpunkt q_P bis auf ε_L auf a(S) liegt und die Normale n_hat_P rechtwinklig zu a(S) zeigt:

    dist(q_P, a(S)) ≤ ε_L  ∧  |⟨n_hat_P, d_hat_S⟩| ≤ ε_K,
    

    wobei d_hat_S der Richtungsvektor von a(S) ist.

  3. Auflager-Fläche horizontal oder schwach geneigt: die Auflager-Fläche A_A trägt einen Balken, d. h. ihre Normale n_hat_A zeigt überwiegend nach oben:

    ⟨n_hat_A, e_z⟩ ≥ cos(π/4) − ε_K,
    

    d. h. die Auflager-Fläche neigt sich um höchstens 45° gegen die Horizontale. Dieser Schwellwert ist konservativ und deckt sowohl horizontale Auflager (Deckenbalken- Konsole) als auch leicht geneigte Auflager (Sparren- Pfetten-Knagge auf einer geneigten Pfette) ab.

  4. Auflager-Inzidenz mit dem getragenen Bauteil: die Auflager-Fläche A_A trägt einen Punkt q_T der Bauteilachse a(T) des getragenen Bauteils mit Toleranz ε_L:

    ∃ q_T ∈ a(T):  dist(q_T, A_A) ≤ ε_L.
    

    Insbesondere muss a(T) die Knagge berühren, nicht schneiden (Auflager-Beziehung, kein Anker).

  5. Räumliche Trennung A_P ↔ A_A: die beiden Anker-Flächen liegen an verschiedenen Seiten des Knagge-Körpers,

    dist(q_P, q_A) ≥ ε_L,
    

    d. h. Pfosten-Anker und Auflager-Stützpunkt fallen nicht zusammen.

  6. Kompaktheit: der Knagge-Körper-Durchmesser diam(B.koerper):= max{‖p − q‖: p, q ∈ B.koerper} bleibt in der Praxis-Range

    ε_L < diam(B.koerper) < L_max,
    

    wobei L_max ein konservativer Praxis-Höchstwert ist (Default 800 mm, vgl. historische Fachwerk-Knaggen 40–80 cm sowie moderne Pfetten-Knaggen typisch 130/130/75 mm bis 200/200/120 mm). Größere dreieckige Holzblöcke werden konstruktiv als Strebe-Sub-Lesart oder als Verstärkungselement geführt, nicht als Knagge.

Wesentliche abgeleitete Größen:

  • Knagge-Volumen: V_K:= vol(B.koerper) (in mm³); für klassische Dreieck-Prismen-Knaggen ist V_K = ½ · a · b · t mit Schenkellängen a, b und Tiefe t in Pfosten-Wand- Richtung.
  • Anker-Achsen-Winkel: ϑ:= arccos(|⟨n_hat_P, n_hat_A⟩|), Winkel zwischen Pfosten-Anker-Normale und Auflager-Normale; Default-Wert im historischen Fachwerk ~45° (gleichschenklige Dreieck-Knagge), Praxis-Range 30°–60°.
  • Auflager-Fläche-Inhalt: A:= area(A_A) (in mm²), trägt die Reibungs- und Auflagerdruck-Kapazität nach DIN 1052 §12.5.

Wohldefiniertheit

  • Existenz: jeder konvexe dreieckige Holzblock mit zwei nicht-koplanaren ausgezeichneten Anker-Flächen (Verzapfung
  • Auflager) am stützenden bzw. getragenen Bauteil ist Standardbeispiel. Sowohl die historische Fachwerk-Kragetage als auch die moderne Pfetten-Kippsicherung (DIN 1052 §12.5) realisieren diese Geometrie.
  • Eindeutigkeit der Anker-Flächen: A_P und A_A sind zwei ausgezeichnete Faces des Knagge-Polyeders; die Auswahl ist im konstruktiven Modell explizit (Konstruktor-Parameter, nicht über Heuristik). Die Auswahl ist eindeutig, sobald die Knagge angelegt wird; eine Knagge mit verwechselbaren Anker-Flächen (etwa ein gleichschenkliges Dreieck mit beiden Schenkel-Flächen als möglichen Pfosten-Ankern) ist im Modell durch die Konstruktor-Wahl disambiguiert.
  • Unabhängigkeit der Definition von der Unterseiten- Krümmung: historische Knaggen haben eine geschwungene oder gerundete Unterseite (Wikipedia/Knagge), die in der App- Modellierung durch ihre konvexe Hülle ersetzt wird. Die Bedingungen 1–6 betreffen ausschliesslich die beiden Anker- Flächen A_P und A_A sowie den Körper-Durchmesser; die Detail-Geometrie der dritten (Hypotenuse-)Seite ist für die Konsolen-Funktion irrelevant und kann beliebig (konvex hülle, geschwungen, gerade) sein, ohne die Klassifikation als Knagge zu verändern. Das ist die Wohldefiniertheit gegen Detail-Geometrie-Wahl der Knagge.
  • Konsistenz mit hg_bauteil.md: Alle Bedingungen aus bauteil (eindeutige Identität, Geometrie, Werkstoff, Lage in W) sind erfüllt; die Bauteilrolle „Knagge" ergänzt die Konsolen-Constraints 1–6 und führt eine Volumen-Geometrie ein (siehe Quellenkonflikt-Block (1)).
  • Abgrenzung zu Stab-Bauteilrollen: jede Stab- Bauteilrolle (Strebe, Kopfband, Fussband, Pfette, Riegel, Ständer) trägt bauteilachse in der Voraussetzungs-Liste und damit eine dominante Stab-Achse. Die Knagge hat keine solche Achse; jeder Versuch, eine Knagge als Strebe oder Kopfband zu klassifizieren, schlägt an der Bauteilachse- Existenz-Prüfung fehl. Konsistenz: kein Bauteil ist gleichzeitig Knagge und Strebe/Kopfband/Fussband.
  • Abgrenzung zur Stahl-Knagge: industrielle Stahl- Verbinder mit „Knagge"-Markenamen sind Verbindungsmittel oder Verbinder im Sinne der Element-Ontologie, nicht Bauteile. Die App- Element-Hierarchie unterscheidet beide Klassen; eine Stahl-„Knagge" wird in der App nicht als Knagge-Bauteilrolle klassifiziert.
  • Faktor in der Auflager-Neigung (45°-Schwelle): die Schwelle cos(π/4) − ε_K in Bedingung 3 ist konservativ; sie deckt sowohl horizontale Auflager (klassische Deckenbalken-Konsole, ⟨n_hat_A, e_z⟩ ≈ 1) als auch geneigte Auflager (Sparren-Pfetten-Knagge auf einer 30°-Dachpfette, ⟨n_hat_A, e_z⟩ ≈ 0.87) ab. Steilere Auflager-Neigungen sind konstruktiv unüblich und werden konservativ ausgeschlossen.
  • Nicht-Zirkularität: Die Definition stützt sich nur auf bereits definierte Begriffe (bauteil, ebene, weltkoordinatensystem, toleranzen) sowie auf die Voraussetzungs-Begriffe von bauteil (werkstoff, geometrie als sealed-Hierarchie). Forward-Verweise (konsole, auflager, aufschiebling, deckenbalken, verbindungsmittel, mann, andreaskreuz) sind nach HG_KONVENTIONEN.md §6 zulässig.

Erläuterung (nicht normativ)

Die Knagge ist im DACH-Holzbau die Holz-Konsole — ein kompakter dreieckiger Vollholz-Block, der vom stützenden Pfosten/Ständer aus vorspringt und einen darüber- oder seitlich gelagerten Balken (Deckenbalken, Pfette, Sparren) trägt. Sie ist kein Stab-Bauteil und kein Verbindungsmittel, sondern ein eigenständiges Bauteil mit Volumen-Geometrie — die erste seiner Art in diesem Glossar (siehe Quellenkonflikt-Block (1)).

Funktion

Die Knagge leistet zwei konstruktive Aufgaben:

  1. Konsolen-Funktion (primär): Lastübergabe vom getragenen Bauteil in das stützende Bauteil parallel zur Pfosten- Achse. Wikipedia/Konsole (Bauwesen): „vorspringendes Tragelement"; immoportal.com: „Konsole, die die Schubkräfte eines Balkens in ein parallel versetztes Bauteil leitet". Der getragene Balken/die getragene Pfette liegt auf der Knagge-Oberseite auf; die Auflagerlast wird durch das Knagge-Dreieck in den Pfosten geleitet.
  2. Aussteifungs-Funktion (sekundär): in Mehr-Knaggen-Anordnungen (z. B. zwei Knaggen je Pfosten, einseitig oder beidseitig) leistet die Knagge zusätzlich eine Wand-Eckaussteifung ähnlich dem Kopfband. Diese Funktion ist im Korpus untergeordnet (BauNetz-Snippet: „kompaktes Stützelement zur Aufnahme und Weiterleitung von Druckkräften, oft parallel zum Haupt-Tragelement wirkend").

Sub-Lesarten — Hauptlesarten und feinere Varianten

Im DACH-Holzbau-Korpus sind zwei Hauptlesarten belegt, die im Code-Pendant durch das KnaggeLesart-Enum getrennt werden:

  • FACHWERK_KONSOLE (historisch, Kragetage): die klassische Fachwerk-Knagge stützt einen vorkragenden Deckenbalken vom unteren Pfosten ab; obere Etage kragt über die untere hinaus. Mitteleuropäische und nordeuropäische Fachwerkfassaden, ca. 14.–17. Jh. Wikipedia/Knagge: „in Mitteleuropäischen und nordeuropäischen Fachwerkfassaden mit auskragenden Geschossen, unter den überstehenden Bereichen positioniert".

  • DACHSTUHL_KIPPSICHERUNG (modern, Sparren-Pfette): die moderne Knagge sichert die Pfette gegen Kippen auf einer geneigten Stütze oder am Sparren — D.I.E.-Statik-Doku (DIN 1052:2004-08 §12.5): „horizontale Lastaufnahme und Kippsicherung von Pfetten auf geneigten Trägern und Stützen". Tabelle 10 trägt Nagelabstände, Mindestholzdicke t₁,req für die Verbindung.

Feinere Sub-Lesarten werden nicht als Enum-Werte geführt, sondern als erlaeuterung:-Hinweise:

  • Hängeknagge: dekorative Sub-Lesart in der Fachwerk-Konsole, „erscheinen, als hingen sie am Mauerwerk" (Wikipedia/Knagge-Fachwerk). Strukturell weiterhin FACHWERK_KONSOLE, aber mit dekorativer Anordnung.
  • Geschwungene Knagge vs. moderne Knagge mit gerader Unterseite: Detail der Hypotenuse-Geometrie (Wohldefiniertheits- Block); für die Klassifikation irrelevant.
  • Kopfwinkelholz-Lage: süddeutsche Sonderform am Eck-Ständer (Wikipedia/Knagge-Fachwerk); in abgelehnte_benennungen: als alleinstehende Bauteil- Benennung wegen Korpus-Mehrdeutigkeit (Quellenkonflikt- Block (4)).
  • Fußwinkelholz-Lage (am Pfosten-Fuss in Fussband- Position): geometrisch eine Knagge in Fussband-Lage (Wikipedia/Fußband; siehe hg_fussband.md Quellenkonflikt- Block (4)). Strukturell weiterhin Knagge; die spezifische Lage wird über die KnaggeLesart-Position-Komponente am Code-Pendant getragen.

Anschluss-Geometrie

  • Pfosten-Anker (A_P): vertikale (oder geneigte) Fläche am stützenden Bauteil, in der Praxis als Verzapfung mit Stufenfalz ausgeführt (Wikipedia/Knagge-Fachwerk: „Verstecktes Zapfenloch an der Oberseite, Stufenfalz an der Unterseite"). In der modernen Praxis (DIN 1052 §12.5) oft genagelt — die Nagelung trägt die Druck- und Schub- Lastübertragung.
  • Auflager-Fläche (A_A): waagerechte oder leicht geneigte Oberseite der Knagge, auf der der getragene Balken/die Pfette aufliegt. Bei Sparren-Pfetten-Knaggen ist die Auflager-Fläche rechtwinklig zur Pfette angeordnet, um die Pfetten-Kippsicherung zu leisten.
  • Hypotenuse (dritte Seite): die freie Seite, die aus dem Wandgefüge herausragt. Historisch oft geschwungen oder profiliert (Fassadenschmuck-Funktion); modern meist gerade.

Material und Dimensionen

  • Werkstoff: Vollholz (historisch Eiche/Tanne; modern Nadelholz C24/C30 oder Eiche bei Sanierung). Stahl- „Knaggen" sind keine Knaggen im Sinne dieses Eintrags (Quellenkonflikt-Block (2)).
  • Dimensionen: historische Fachwerk-Knaggen typisch Schenkel 40–80 cm bei 10–15 cm Tiefe; moderne Pfetten- Knaggen typisch 130/130/75 mm bis 200/200/120 mm (Schraubenhimmel-Katalog SPAX-Knagge 130x130x75 als Industrie-Referenz). Die App-Modellierung trägt die Dimensionen über das Bauteil-Polyeder.

CH/DE-Asymmetrie und Bauweisen-Verteilung

Bauweise Knagge typisch verwendet?
Fachwerkbau (DE/AT, historisch, Kragetagen-Region) breit, oft geschwungen mit Fassadenschmuck-Funktion
Riegelbau (CH, traditionell) als Fachwerk-Konsole selten (Kragetagen in CH unüblich); als Pfetten-Konsole im Dachstuhl belegt
Holzrahmenbau (modern) im Wand selten; im Dachstuhl-Anschluss als Pfetten-Kippsicherung belegt
Hallenbau / Brettschichtholz als Pfetten-Kippsicherung an geneigten Stützen oder Bindern
Industrielle Stahl-Verbinder (Profix, SPAX, Simpson) „Knagge"-Marke verbreitet, aber kein Holz-Bauteil (Quellenkonflikt-Block (2))

Im CH-Korpus dominiert die DACHSTUHL_KIPPSICHERUNG-Lesart; die FACHWERK_KONSOLE-Lesart ist sanierungs-spezifisch (historischer Fachwerk-Bestand in den Berner Oberländer, Thurgauer und Appenzeller Riegelbauten).

Konstruktive Trennlinien zu verwandten Bauteilen

  • Kopfband (kopfband, Welle-10-Geschwister) und Fussband (fussband, Welle-11-Geschwister): Stab- Bauteile mit Bauteilachse; die Knagge ist Volumen-Bauteil. Sechs-dimensionale Trennlinie (Quellenkonflikt-Block (3)).
  • Strebe (strebe, Welle-10-Geschwister): Stab-Bauteil mit Bauteilachse; nicht Knagge.
  • Konsole (konsole, Forward-Verweis, Folgearbeit Hybrid-Konstruktions-Welle): material-übergreifender Oberbegriff im Bauwesen (Stein/Stahl/Holz/Beton); Knagge ist die Holz-Spezialisierung. oberbegriff: der Knagge ist vorerst bauteil, wird bei Anlage von hg_konsole.md auf konsole migriert (Quellenkonflikt-Block (5)).
  • Auflager (auflager, Forward-Verweis): generisches Auflager-Konzept; die Knagge trägt ein Auflager auf ihrer Oberseite (A_A in der mathematischen Definition). Auflager und Knagge sind komplementär: das Auflager ist die abstrakte Beziehung, die Knagge das konkrete Bauteil, das das Auflager realisiert.
  • Pfette (pfette) und Sub-Lesarten (firstpfette, mittelpfette, fusspfette): das getragene Bauteil im DACHSTUHL_KIPPSICHERUNG-Anwendungsfall. Die Knagge trägt nicht die Pfette als Bauteilrolle, sondern stützt sie am Auflagerpunkt.
  • Unterzug / Deckenbalken (unterzug, deckenbalken, Forward-Verweise): das getragene Bauteil im FACHWERK_KONSOLE-Anwendungsfall (historische Kragetage). Folgearbeit-Trigger bei Geschossdecken-Welle.
  • Ständer / Pfosten (staender, pfosten als Synonym): das stützende Bauteil; trägt den Pfosten- Anker A_P der Knagge an seiner Bauteilachse.
  • Aufschiebling (aufschiebling, Forward-Verweis, Folgearbeit Dachstuhl-Welle): verwandtes Volumen-Bauteil im Dachstuhl — kurzer Holzklotz mit zwei Auflager-Flächen, ähnliche Geometrie-Klasse wie Knagge. Trigger für die zweite Volumen-Bauteilrolle im Hauptglossar.
  • Verbindungsmittel (verbindungsmittel, Forward- Verweis): industrielle Stahl-Knaggen (Profix, SPAX, Simpson) gehören in diese Element-Klasse, nicht in bauteilrolle (Quellenkonflikt-Block (2)).
  • Mann (mann, Forward-Verweis): die Knagge ist nicht Mitglied einer Mann-Figur (Quellenkonflikt-Block (9)); Mann-Figuren sind reine Stab-Komposition.
  • Andreaskreuz (andreaskreuz, Forward-Verweis): Aggregat zweier sich kreuzender Streben; keine Knaggen.

Andere Bedeutungen / Englisch

  • knee, console, corbel: Anglizismen für Konsole bzw. Knagge. Im DE-Korpus mehrdeutig (knee = Knie / Kniestrebe), abgelehnt.
  • „Schaftknagge": spezialisierte Stem-Knagge in der Schifffahrt (Schleusen-Tore); Wikipedia/Knagge erwähnt sie als nicht-Holzbau-Lesart. Abgelehnt.
  • „Stahl-Knagge" / „Profix-Knagge" / „SPAX-Knagge": industrielle Stahl-Verbinder; Element-Klasse verbindungsmittel, nicht bauteilrolle (Quellenkonflikt-Block (2)). Abgelehnt.
  • „Kopfband" / „Bug" / „Kopfbüge": Stab-Bauteile, geometrisch andere Klasse (Quellenkonflikt-Block (3)). Abgelehnt.
  • „Kopfwinkelholz": korpus-mehrdeutig (mal Kopfband, mal Knagge); abgelehnt symmetrisch zu hg_kopfband.md (Quellenkonflikt-Block (4)).
  • „Fußwinkelholz" / „Fusswinkelholz": Lage-Variante der Knagge am Pfosten-Fuss, nicht eigene Bauteilbenennung (Quellenkonflikt-Block (6)). Abgelehnt als alleinstehende Bauteil-Benennung.

Beziehungen

  • Oberbegriff: bauteil (Folgearbeit: nach Anlage hg_konsole.md auf konsole anpassen — Quellenkonflikt- Block (5)). Die Knagge ist ein Bauteil mit Volumen- Geometrie und der zusätzlichen Rolle „Knagge" plus den Konsolen-Constraints 1–6.
  • Bestandteile (partitiv, vom Bauteil geerbt):
  • Bauteilkörper (Volumen-Polyeder, kein Stab mit Achse): konvexer dreieckiger Block;
  • Pfosten-Anker-Fläche A_P (ausgezeichneter Face des Polyeders);
  • Auflager-Fläche A_A (ausgezeichneter Face des Polyeders, nicht koplanar zu A_P);
  • Werkstoff (Vollholz, Festigkeitsklasse C24/C30 bzw. Eiche bei Sanierung);
  • Faserrichtung (Annotation, Default ‖ a(S), also parallel zur stützenden Pfosten-Achse — damit die Knagge parallel zur Faser des Pfostens stehen kann; Korpus- Konvention nach Mönck/Rug).
  • Lesart-Annotation (Merkmal an der Knagge, Hauptlesart- Trennung):
  • Knagge-Lesart (KnaggeLesart-Enum): Wert aus { FACHWERK_KONSOLE, DACHSTUHL_KIPPSICHERUNG, UNSPEZIFIZIERT } (siehe Implementierungs-Hinweis).
  • Verwendung / Beziehung zu anderen Bauteilen:
  • Stützendes Bauteil (Ständer/Pfosten/geneigte Stütze): trägt den Pfosten-Anker A_P.
  • Getragenes Bauteil (Deckenbalken, Pfette, Sparren): liegt auf der Auflager-Fläche A_A.
  • Abgrenzung:
  • Kopfband (kopfband, Welle-10-Geschwister): Stab- Bauteil mit Bauteilachse; nicht Knagge.
  • Fussband (fussband, Welle-11-Geschwister): Stab-Bauteil mit Bauteilachse; nicht Knagge.
  • Strebe (strebe, Welle-10-Geschwister): Stab-Bauteil.
  • Bug / Kopfbüge / Achselband: Synonyme zu Kopfband, kein eigener Eintrag; in abgelehnte_benennungen: aufgenommen.
  • Konsole (konsole, Forward-Verweis): material- übergreifender Oberbegriff.
  • Auflager (auflager, Forward-Verweis): generische Auflager-Beziehung, die die Knagge realisiert.
  • Pfette und Sub-Lesarten (pfette, firstpfette, mittelpfette, fusspfette): getragenes Bauteil.
  • Unterzug / Deckenbalken (Forward-Verweise): getragenes Bauteil in historischer Kragetage.
  • Ständer / Pfosten / Rähm / Schwelle: stützende oder benachbarte Bauteile.
  • Aufschiebling (aufschiebling, Forward-Verweis): verwandtes Volumen-Bauteil.
  • Verbindungsmittel (verbindungsmittel, Forward- Verweis): Stahl-„Knaggen" gehören dort hin, nicht hier.
  • Mann / Andreaskreuz (Forward-Verweise): Stab-Aggregate ohne Knagge-Mitgliedschaft.
  • Bauteil (bauteil): die Knagge ist eine Spezialisierung mit Volumen-Geometrie und Konsolen- Constraints.

Quellen

Primär (normativ):

  • SIA 265:2021, „Holzbau", Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, Zürich, §1.1 Fachausdrücke / Anhang G, §6 (Verbindungen), §8 (Ausführung) (Volltext direkt eingesehen, 2026-06-14): „Knagge" ist nicht als Fachausdruck oder Verbindungs-/Ausführungs-Lemma geführt; die Norm behandelt nur Werkstoffe, Verbindungsmittel und generische Tragglieder (Negativ-Befund).
  • DIN EN 1995-1-1:2010-12, „Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten – Teil 1-1".
  • DIN 1052:2004-08, „Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken", §12.5 „Sparrenauflager Pfette mit Knagge" mit Tabelle 10 (Nagelabstände, Mindestholzdicke t₁,req). [via: die.de Sparren-Pfette-Knagge-Dokumentation, DIN-1052-§12.5-Inhalt im Volltext]
  • Wikipedia, Lemma „Knagge", de.wikipedia.org/wiki/Knagge (abgerufen 2026-05-15). [direkt]
  • Wikipedia, Lemma „Knagge (Fachwerk)", de.wikipedia.org/wiki/Knagge_(Fachwerk) (abgerufen 2026-05-15). [direkt]
  • Wikipedia, Lemma „Konsole (Bauwesen)", de.wikipedia.org/wiki/Konsole_(Bauwesen) (abgerufen 2026-05-15). [direkt]
  • Thesaurus Traditioneller Holzbau (TTH), RWTH Aachen, Lemma „Kopfband" (Begriff-ID 832) mit verwandtem Term „Knagge". thesaurus-traditioneller-holzbau.net. [direkt]
  • BauNetz Wissen, Glossar-Holz, Lemma „Knagge" (baunetzwissen.de/glossar/k/knagge-6629379) und Glossar-Geneigtes-Dach (baunetzwissen.de/glossar/k/ knagge-5397378, abgerufen 2026-05-15, WebFetch 403; Snippet-Inhalte aus WebSearch). [einsicht: snippet]
  • D.I.E. Statik-Software, „Sparrenauflager Pfette mit Knagge nach EN 1995-1-1", die.de/dokumentation/holzbau-dach/technik/anschluss/ en1995-1-1/sparren-pfette-knagge.html (abgerufen 2026-05-15). [direkt]

Sekundär:

  • Lignum: Pressemitteilung 2021 — Anwendungshilfen für neue SIA-Norm Holzbau. lignum.ch/auf_einen_klick/news/.
  • Lignum (Hrsg.): Holzbautabellen HBT 1 (2024). Lignum, Zürich.
  • Mönck, W.; Rug, W.: Holzbau – Bemessung und Konstruktion.
  • Auflage, Beuth, Berlin 2015.
  • Natterer, J.; Herzog, T.; Volz, M.: Holzbau-Atlas.
  • Auflage, Birkhäuser, Basel 2003.
  • Gerner, M.: Fachwerk – Instandsetzung, Sanierung, Neubau. DVA, 7. Auflage 2007.
  • Großmann, R.: Konstruktionen des deutschen Fachwerkbaus. 1987 (TTH-Primärquelle).
  • Wikipedia, Lemmata „Fußband" und „Mann (Fachwerk)".
  • Monumente Online / DVA: „Was ist eine Knagge?" Ausgabe 2014/4.
  • Informationszentrum Umgebindehaus, HS Zittau/Görlitz: „Schäden an Kopfbändern und Knaggen", umgebindehaus.hszg.de/service/sanierungshandbuch.
  • bilp.de: „Arten von Knaggen" und „Herstellung und Befestigung einer Knagge", holzbau.bilp.de/anleitung-dachkonstruktion/knagge/.
  • landschaftzukunftev.de: „Kopfband und Knagge – Unterschiedliche Bauweisen.pdf".
  • immoportal.com: Glossar „Knagge".
  • Profix AG (CH): shop.profix.swiss Holzbauverbinder „Knagge" (Stahl-Verbinder, Quellenkonflikt-Block (2)).
  • Schraubenhimmel: SPAX-Knagge 130x130x75, schraubenhimmel.de/branchen/zimmerei/knaggen.
  • Simpson Strong-Tie: Winkelverbinder KNAG, strongtie.de/de-DE/produkte/winkelverbinder-knag.
  • S+S ABBUND Wiki: „Knagge für alle Profile", wiki.abbund.com.

Korpus (nicht autoritativ):

  • fachwerk.de Forum.
  • kulturdenkmalhaus.de Glossar Umgebindehaus.
  • Recherche-Bericht: [intern].
  • Recherche-Bericht (Vorgänger): [intern] (Welle 10, §F.2 Abgrenzung Kopfband ↔ Knagge).

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