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Produktkennzeichnung

Prosa-Definition

Eine Produktkennzeichnung ist die normativ verbindliche Identifikation eines Holzwerkstoff-Produkts (Charge, Lieferung, Einzelstück) im Sinne der einschlägigen Sortier- und Produktnormen (DIN 4074-1 für Vollholz-Sortierung, DIN EN 14080 / Anhang ZA für Brettschichtholz und Balkenschichtholz, DIN EN 14081-1 für CE-zertifiziertes Vollholz, DIN EN 14374 für Furnierschichtholz, EU-CPR 305/2011 als CE-Rahmenwerk), die je nach Werkstoffart in unterschiedlicher Form (Sortierstempel, CE-Etikett, Lieferschein-Eintrag) ausgeführt ist und die in der App als Aggregat aus normativ vorgegebenen Feldern (Sortierklasse, Holzart-Kurzzeichen, Hersteller-Identifikation, Festigkeitsklasse, Klebstofftyp, Produktionswoche, WPK-Zertifikatnummer, Notifikations-Stelle) geführt wird, wobei die Produktkennzeichnung die Charge und nicht die Einbauposition identifiziert.

Mathematische Definition

Die Produktkennzeichnung ist nach Werkstoffart variabel; der gemeinsame Rahmen ist:

Sei

  • ℋ die Menge der Holzwerkstoff-Klassen (Vollholz, BSH, BalkSH, FSH/LVL, BSP, Plattenwerkstoff …),
  • 𝒯ₕ die Menge der für die Werkstoff-Klasse h ∈ ℋ normativ vorgeschriebenen Pflichtfelder,
  • 𝒪ₕ die Menge der für h optionalen Felder (z. B. Sortierer- Identifikation bei DIN 4074-1).

Eine Produktkennzeichnung ist ein Tupel

R := (h, t, o)

mit

  • h ∈ ℋ (Werkstoff-Klasse),
  • t ∈ 𝒯ₕ (vollständig belegtes Tupel der Pflichtfelder gemäß einschlägiger Norm),
  • o ⊆ 𝒪ₕ (optional belegte Felder).

Beispiele konkreter 𝒯ₕ:

Vollholz nach DIN 4074-1:2012 (Sortierstempel):

𝒯_Vollholz_DIN4074  :=  {
   sortierklasse  ∈ { S 7, S 10, S 13, MS 7, MS 10, MS 13 },
   holzart        ∈ Kurzzeichen-Liste (z. B. C24, C30 sind
                                        Festigkeitsklassen,
                                        Holzart kodiert getrennt),
   hersteller_id  ∈ String,
}

Vollholz CE nach DIN EN 14081-1:2019:

𝒯_Vollholz_EN14081  :=  𝒯_Vollholz_DIN4074  ∪  {
   festigkeitsklasse  ∈ { C14, C16, C18, C20, C22, C24, C27,
                          C30, C35, C40, C45, C50, … },
   notifikations_stelle ∈ String,
   ce_etikett_jahr      ∈ ℕ (4 Ziffern),
}

BSH nach DIN EN 14080:2013, Anhang ZA (CE-Kennzeichnung):

𝒯_BSH_EN14080  :=  {
   hersteller_id          ∈ String,
   festigkeitsklasse      ∈ { GL20h, GL22h, GL24h, GL26h, GL28h,
                              GL30h, GL32h,
                              GL20c, GL22c, GL24c, GL26c, GL28c,
                              GL30c, GL32c },
   klebstofftyp           ∈ { I, II } (DIN EN 301),
   produktionswoche       ∈ {1, …, 53} × ℕ_Jahr,
   notifikations_stelle   ∈ String,
   wpk_zertifikat_nummer  ∈ String,
   ce_etikett_jahr        ∈ ℕ,
}

FSH/LVL nach DIN EN 14374:2005: analog 𝒯_LVL mit eigenen Pflichtfeldern (Querschnitt, Dichteklasse, …).

Die App speichert die Produktkennzeichnung als Summen-/Sealed-Type über die Werkstoffklassen mit jeweils eigenem Feldsatz (siehe Implementierungshinweis).

Beziehung Charge ↔ Element: Sei 𝓡 die Menge aller Produktkennzeichnungen, 𝓔 die Menge aller Elemente. Dann ist die Charge-Element-Relation

charge_in : 𝓔 → 𝓡 ∪ {⊥}     (Element → Charge oder „nicht gesetzt"),
elemente_aus_charge : 𝓡 → 𝒫(𝓔)  (Charge → Element-Menge).

Im Regelfall ist elemente_aus_charge(R) mehrelementig (eine Charge wird auf mehrere Elemente verteilt). Im Fügeholz- Sonderfall (Stoßung aus zwei Bezugsquellen) wird charge_in(E) über eine zusätzliche Komposita-Relation element_aus_chargen : 𝓔 → 𝒫(𝓡) ergänzt.

Wohldefiniertheit

  • Existenz: Für jeden im Holzbau zugelassenen Werkstoff existiert eine normativ vorgegebene Kennzeichnung. Eine Produktkennzeichnung kann jederzeit aus dem auf dem Bauteil vorgefundenen Sortierstempel oder CE-Etikett rekonstruiert werden, sofern dieses lesbar ist.
  • Eindeutigkeit (innerhalb der Charge): Die Pflichtfelder einer Charge identifizieren das Produkt eindeutig im Sinne der CPR und der einschlägigen Produktnorm. Zwei Chargen mit identischen Pflichtfeldern werden als dasselbe Produkt gehandelt.
  • Trennung Position ≠ Charge: Die Produktkennzeichnung enthält keine Information über die Einbauposition. Diese Trennung ist konstruktionsseitig: das Tupel R hat kein Positions-Feld, und es gibt keine Funktion, die R und Position gemeinsam ableitet.
  • Mehrfachzuordnung:
  • Im Regelfall: |elemente_aus_charge(R)| ≥ 1, eine Charge auf mehrere Elemente.
  • Im Fügefall: |element_aus_chargen(E)| ≥ 1, ein Element aus mehreren Chargen. Wird durch eigene Relation modelliert; in diesem Glossar nur erwähnt, eigener Eintrag fuegestoss (Folgearbeit) regelt das Detail.
  • Konsistenz mit Werkstoff (werkstoff, eigener Eintrag folgt): Die Werkstoff-Klasse h der Produktkennzeichnung muss mit dem Werkstoff des Elements übereinstimmen. Diskrepanz (z. B. Element-Werkstoff = BSH, Produktkennzeichnung- Werkstoff = Vollholz) ist eine Datenfehler-Bedingung und führt zu Entartet.WerkstoffMismatch.
  • Mutabilität: Eine Produktkennzeichnung ist von der Charge ererbt; sie ändert sich nur, wenn das Element einer anderen Charge zugeordnet wird (Materialwechsel im Entwurf, Fehlbestellung). Im laufenden Betrieb ist sie stabil.
  • Nicht-Zirkularität: Die Definition stützt sich auf Werkstoff-Kategorien und Norm-Tupel. Sie verweist nicht auf andere Glossarbegriffe in ihrer eigenen Definition; werkstoff und element werden nur als Trägerbegriffe genannt, nicht in die Definition aufgenommen.

Erläuterung (nicht normativ)

Die Produktkennzeichnung ist im Holzbau die einzige normativ scharf kodifizierte Identifikationsspur. Im Gegensatz zur Positionsnummer (Branchenusus, nicht normiert) und zur UUID (technischer Hilfskonstrukt der App) ist die Produktkennzeichnung in der Bauproduktenverordnung und den Produktnormen exakt festgelegt — Form, Inhalt, Lesbarkeit und Aufbringungspflicht sind dort geregelt.

Praktische Bedeutung:

  • Auf der Baustelle ist der Sortierstempel (Vollholz) bzw. das CE-Etikett (BSH) das einzige verlässliche Mittel zur nachträglichen Verifikation der Festigkeitsklasse. Eine Pos-Nr. allein erlaubt keine Materialprüfung.
  • Bei Mängelfällen (Schadensgutachten, Tragfähigkeitsverlust, Reklamation) ist die Produktkennzeichnung der Schlüssel zur Hersteller-Rückverfolgung.
  • In der WPK-Praxis (werkseigene Produktionskontrolle nach Anhang ZA) werden Charge und CE-Kennzeichnung verbunden.

App-relevant: Bei IFC-Export reichert die App die Element-Material-Definition mit der Produktkennzeichnung an (Pset_MaterialWoodBasedBeam, Pset_MaterialWoodBasedPanel). Das ermöglicht BIM-basierte Materialnachverfolgung im Sinne der zukünftigen EU-Digital Product Passport-Initiativen.

Historische Abgrenzung: Vor dem CNC-Abbund waren Abbundzeichen (römische Ziffern mit Beizeichen wie Hechelzahn, Pfeilspitze, Mondkrückung; vgl. Gerner 1992, Krämer 2018) das primäre Identifikations-Werkzeug für zimmermannsmäßig abgebundene Bauteile. Sie kombinierten Position, Geschoss, Wand und Reihenfolge in einem einzigen, auf das Holz aufgerissenen Symbol. Sie sind nicht genormt und im modernen Werkplan-/CNC-Workflow durch Pos-Nr. und CAD-ID ersetzt. Im Glossar werden sie nicht als Produktkennzeichnung geführt.

Beziehungen

  • Oberbegriff: keiner.
  • Verwendung: Pflichtfeld eines Werkstoffs (werkstoff.produktkennzeichnung). Die Produktkennzeichnung ist Eigenschaft des Werkstoffs, nicht des Elements direkt; ein Element trägt einen Werkstoff (Pflichtfeld), und der Werkstoff trägt die Produktkennzeichnung. Mehrere Elemente können denselben Werkstoff (und damit dieselbe Produktkennzeichnung) teilen, wenn sie aus derselben Charge stammen; Aggregation auf Charge-Ebene erfolgt über die Werkstoff-Identität in der Persistenzschicht.
  • Bestandteile (partitiv): werkstoffspezifische Pflichtfelder (Sortierklasse, Hersteller-ID, Festigkeitsklasse, Klebstoff, Produktionswoche, WPK-Zertifikat …).
  • Abgrenzung:
  • UUID (uuid): technischer Surrogatschlüssel, vergibt die App. Andere Spur, anderer Zweck.
  • Positionsnummer (positionsnummer): humanlesbarer Geschäftsschlüssel der Einbauposition. Konvention, nicht Norm. Identifiziert die Position, nicht die Charge.
  • Werkstoff (werkstoff): die abstrakte Materialklasse („BSH GL24h"). Werkstoff ist Eigenschaft des Elements; Produktkennzeichnung ist Pflichtfeld des Werkstoffs (werkstoff.produktkennzeichnung). Die Produktkennzeichnung konkretisiert den Werkstoff um Charge, Hersteller und Produktionsdatum. Die Feldzuordnung läuft strikt element.werkstoff.produktkennzeichnung — niemals direkt element.produktkennzeichnung.
  • Festigkeitsklasse (eigener Eintrag folgt): ein Feld der Produktkennzeichnung (z. B. GL24h, C24), nicht ein eigenständiger Identifikator.
  • Bezeichnung (freier Anzeigename): kein Identitätsanspruch.
  • Abbundzeichen (historisch, römische Ziffern mit Beizeichen): nicht genormt, im modernen Holzbau praktisch durch CAD-IDs ersetzt. Eigener historischer Eintrag (Folgearbeit) möglich; nicht als Produktkennzeichnung geführt.

Implementierungshinweis

Datentyp (Domänen-Schicht, Kotlin, Schicht zimmermann.domain.identifikation):

package zimmermann.domain.identifikation

import zimmermann.domain.Resultat
import java.time.Year

/**
 * Normativ kodifizierte Identifikation einer Holzwerkstoff-Charge
 * (oder eines Einzelprodukts).
 *
 * Glossar: hg_produktkennzeichnung.md
 *
 * Aggregat: je Werkstoffklasse unterschiedliche Pflichtfelder
 * (Sealed-Type-Hierarchie). Identifiziert die Charge, NIEMALS die
 * Einbauposition.
 *
 * Verortung: Pflichtfeld eines Werkstoffs
 * (`Werkstoff.produktkennzeichnung`), NICHT direktes Feld eines
 * Elements. Ein Element greift auf die Produktkennzeichnung über
 * `element.werkstoff.produktkennzeichnung` zu.
 *
 * Validierung: Konstruktoren der Subtypen sind `internal`;
 * Erzeugung erfolgt über Factory-Funktionen mit Rückgabetyp
 * `Resultat<…, ProduktkennzeichnungUngueltig>`. Die Domänen-Schicht
 * wirft niemals Exceptions. Vorbild:
 * `zimmermann.domain.koordinaten.LokalePlatzierung.aus(...)`.
 */
sealed interface Produktkennzeichnung {

    /** Vollholz nach DIN 4074-1, optional CE nach DIN EN 14081-1. */
    data class Vollholz(
        val sortierklasse: VollholzSortierklasse,    // S 7, S 10, S 13, MS 7, …
        val holzart: HolzartKurzzeichen,             // FI, TA, KI, …
        val hersteller: HerstellerId,
        val sortierer: SortiererId? = null,          // DIN 4074-1 optional; darf == hersteller sein
        val ce: CeKennzeichnungVollholz? = null      // gesetzt bei DIN EN 14081
    ) : Produktkennzeichnung

    /** BSH/BalkSH nach DIN EN 14080:2013, Anhang ZA (CE Pflicht). */
    data class Brettschichtholz(
        val hersteller: HerstellerId,
        val festigkeitsklasse: FestigkeitsklasseGL,  // GL20h, GL24c, …
        val klebstofftyp: Klebstofftyp,              // I oder II nach EN 301
        val produktionswoche: Produktionswoche,
        val notifikationsStelle: NotifikationsStelle,
        val wpkZertifikat: WpkZertifikatNummer,
        val ceEtikettJahr: Year
    ) : Produktkennzeichnung

    /** Furnierschichtholz nach DIN EN 14374. */
    data class Furnierschichtholz(
        val hersteller: HerstellerId,
        val produktbezeichnung: String,              // z. B. Kerto-S
        val produktionswoche: Produktionswoche,
        val notifikationsStelle: NotifikationsStelle,
        val wpkZertifikat: WpkZertifikatNummer,
        val ceEtikettJahr: Year
    ) : Produktkennzeichnung

    // Weitere Subtypen (BSP, Plattenwerkstoffe, …) als Folgearbeit.
}

@JvmInline value class HerstellerId(val wert: String)
@JvmInline value class SortiererId(val wert: String)
@JvmInline value class NotifikationsStelle(val wert: String)
@JvmInline value class WpkZertifikatNummer(val wert: String)
@JvmInline value class HolzartKurzzeichen(val wert: String)

enum class VollholzSortierklasse { S7, S10, S13, MS7, MS10, MS13 }
enum class FestigkeitsklasseGL {
    GL20H, GL22H, GL24H, GL26H, GL28H, GL30H, GL32H,
    GL20C, GL22C, GL24C, GL26C, GL28C, GL30C, GL32C
}
enum class Klebstofftyp { I, II }

/**
 * Produktionswoche nach ISO-8601-Wochenkalender (1..53).
 *
 * Konstruktor `internal`; Erzeugung über
 * [Produktionswoche.aus] mit Rückgabetyp
 * `Resultat<Produktionswoche, ProduktkennzeichnungUngueltig>`.
 * Vorbild: `LokalePlatzierung.aus(...)`.
 */
data class Produktionswoche internal constructor(val woche: Int, val jahr: Year) {
    companion object {
        fun aus(woche: Int, jahr: Year): Resultat<Produktionswoche, ProduktkennzeichnungUngueltig> =
            if (woche in 1..53) Resultat.Erfolg(Produktionswoche(woche, jahr))
            else Resultat.Fehler(ProduktkennzeichnungUngueltig.WocheAusserhalb)
    }
}

/** Domänen-Fehlerfälle der Produktkennzeichnungs-Validierung (keine Exceptions). */
sealed interface ProduktkennzeichnungUngueltig {
    object WocheAusserhalb : ProduktkennzeichnungUngueltig
    // weitere Varianten je Subtyp-Validierung in Folgearbeit
}

data class CeKennzeichnungVollholz(
    val festigkeitsklasse: FestigkeitsklasseC,    // C14, …, C50
    val notifikationsStelle: NotifikationsStelle,
    val ceEtikettJahr: Year
)

enum class FestigkeitsklasseC {
    C14, C16, C18, C20, C22, C24, C27, C30, C35, C40, C45, C50
}
  • Einheit: keine (Aggregat aus normativ vorgegebenen Feldern).
  • Mutabilität: stabil; ändert sich nur bei Charge-Wechsel des Elements (Materialdisposition, Fehlbestellung).
  • Trennung Position ≠ Charge: Produktkennzeichnung enthält kein Positionsfeld. Wer Position und Charge gemeinsam speichern will, hält die Positionsnummer am Element (element.positionsnummer) und die Produktkennzeichnung am Werkstoff (element.werkstoff.produktkennzeichnung); ein Mischfeld ist konstruktiv ausgeschlossen.
  • 1 → n Relation Charge → Elemente: Eine Produktkennzeichnung-Instanz darf von mehreren Elementen geteilt werden (eine Charge auf zehn Sparren). Der Pfad führt über den gemeinsamen Werkstoff: mehrere Elemente referenzieren denselben Werkstoff, der die geteilte Produktkennzeichnung trägt. In der Persistenzschicht entsprechend als eigene Tabelle werkstoff mit FK element.werkstoff_id → werkstoff.id (UUID) und Spalten/Joins für die Produktkennzeichnungs-Felder modelliert.
  • n → m Relation Element → Chargen (Sonderfall Fügeholz): ein Element ist dann mit mehreren Werkstoff-Instanzen verknüpft (jede mit eigener Produktkennzeichnung) über eine Hilfstabelle element_werkstoff_anteil mit Mengen- oder Längen-Anteil pro Charge. Eigener Eintrag fuegestoss (Folgearbeit) regelt Geometrie und Bemessung.
  • IFC-Mapping (Persistenzschicht):
  • Material-Resource (IfcMaterial) erhält Property Set Pset_MaterialWoodBasedBeam bzw. Pset_MaterialWoodBasedPanel mit den Pflichtfeldern.
  • CE-relevante Felder (Notifikations-Stelle, WPK-Zertifikat, Produktionswoche) werden in einem eigenen Pset_Manufacturing geführt.
  • BTLx-Mapping: Material-Element des Parts; CE-Felder als zusätzliche Attribute. Folgearbeit präzisiert Field-Mapping.
  • Edge Cases:
  • Werkstoff ohne aufgelöste Produktkennzeichnung: im frühen Entwurfsstadium darf der Werkstoff eine Platzhalter- Produktkennzeichnung tragen (vgl. hg_werkstoff.md, Produktkennzeichnung.UNBEKANNT); muss vor Fertigung / Bemessung aufgelöst sein. Auf Element-Ebene gibt es kein eigenes Produktkennzeichnungs-Feld, das null sein könnte.
  • Werkstoff-Mismatch (Subklasse h der Produktkennzeichnung inkonsistent zur Werkstoff-Subklasse, der sie zugeordnet ist): → Entartet.WerkstoffMismatch als Resultat-Fehlerfall der Werkstoff-Factory.
  • Lesbarkeit auf Baustelle: bei verlorener oder unleserlicher Kennzeichnung gilt das Bauteil als nicht-CE-konform; in der App kann ein Element den Status Produktkennzeichnung.UNLESBAR erhalten (zukünftiger Subtyp), das Tragfähigkeitsnachweise sperrt.
  • Historische Bauteile (Bestandsbau, Sanierung): keine moderne Produktkennzeichnung; eine ergänzende in-situ-Sortierung nach DIN 4074 erzeugt eine nachträgliche Kennzeichnung. Im Glossar als produktkennzeichnung_in_situ ein Folgeeintrag möglich.
  • Mehrfachstempel (Holz mit alter und neuer Sortierung): der zeitlich jüngere, gültige Stempel zählt; die ältere Markierung wird als historische Information geführt.
  • Sortierer = Hersteller (Vollholz, DIN 4074-1): die Identitäten von sortierer und hersteller dürfen zusammenfallen. DIN 4074-1 verlangt keine organisatorische Trennung; im typischen Anwendungsfall der visuellen Sortierung im Hersteller-Werk durch einen werkseigenen, nach DIN 4074-1 ausgebildeten Sortierer ist sortierer == hersteller der Regelfall und ausdrücklich zulässig. Eine getrennte Belegung beider Felder ist nur dann erforderlich, wenn die Sortierung extern (z. B. durch eine unabhängige Sortierstelle nach Anlieferung) erfolgt.

Quellen

Primär (normativ):

  • DIN 4074-1:2012-06, „Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit — Teil 1: Nadelschnittholz".
  • DIN EN 14080:2013-09, „Holzbauwerke — Brettschichtholz und Balkenschichtholz — Anforderungen", Anhang ZA.
  • DIN EN 14081-1:2019-10, „Holzbauwerke — Nach Festigkeit sortiertes Bauholz mit rechteckigem Querschnitt — Teil 1: Allgemeine Anforderungen".
  • DIN EN 14374:2005-02, „Holzbauwerke — Furnierschichtholz für tragende Zwecke — Anforderungen".
  • DIN EN 301:2018-04, „Klebstoffe für tragende Holzbauteile — Phenolische und aminoplastische Klebstoffe — Klassifizierung und Leistungsanforderungen".
  • Verordnung (EU) Nr. 305/2011 (Bauproduktenverordnung, CPR).
  • ISO 16739-1:2024, „Industry Foundation Classes (IFC) — Part 1: Data schema".

Sekundär:

  • Mönck, W.; Rug, W.: Holzbau — Bemessung und Konstruktion.
  • Auflage, Beuth, Berlin 2015.
  • Blass, H. J.; Sandhaas, C.: Ingenieurholzbau — Grundlagen der Bemessung. KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2016.
  • Holzbau Deutschland — Informationsdienst Holz: Holzbau- Handbuch, Reihe 1, Teil 1.
  • Lignum (Hrsg.): Lignatec, Hinweise zur CE-Kennzeichnung.
  • design2machine: BTLx 2.x Specification (Stand 2024).

Nur in der Abgrenzung referenziert (historisch, nicht Definitionsquelle):

  • Gerner, M.: Fachwerk — Instandsetzung, Sanierung, Neubau. DVA, 7. Auflage 2007 (Abbundzeichen).
  • Krämer, V.: Grundwissen des Zimmerers. 7. Auflage, Bruderverlag, Köln 2018 (Abbundzeichen, Sortierstempel).

Korpus (nicht autoritativ):

  • Holzbau Deutschland, Merkblatt „Begriffe und Klassifizierungen für den Holzbau" (abgerufen 2026-05-08).
  • buildingSMART International: IFC4.3 Documentation, Version 4.3.2.0, 2024.
  • Wikipedia, Lemmata „Sortierstempel", „CE-Kennzeichnung", „Brettschichtholz" (abgerufen 2026-05-08).

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