Rähm
Prosa-Definition¶
Ein Rähm ist ein Bauteil einer hölzernen Wand mit der Bauteilrolle „Rähm", dessen Bauteilachse näherungsweise horizontal entlang der Wandflucht verläuft und das die oberste Längs-Begrenzung dieser Wand bildet, indem es auf den Wand-Senkrechtbauteilen (Pfosten oder Ständern) aufliegt, deren Köpfe verbindet und als Lastsammler zwischen Wand und Dach- oder Deckenauflage wirkt.
Mathematische Definition¶
Sei
- B ein Bauteil im Sinne von
bauteilmit Stabgeometrie (geometrie ∈ 𝒢_stab), - a(B) = Bauteilachse.Gerade(p_a, p_e) die Bauteilachse von B im
geraden Fall (siehe
bauteilachse), mit d_hat := (p_e − p_a) / ‖p_e − p_a‖ ∈ S² ⊂ ℝ³, - e_z := (0, 0, 1)ᵀ die vertikale Achse,
- ε_K := Toleranzen.KOLLINEAR_EPS, ε_L := Toleranzen.LAENGE_EPS.
Sei ferner W eine Holzwand mit - Wandflucht-Richtung d_hat_W ∈ S² (horizontale Längsrichtung der Wand, |⟨d_hat_W, e_z⟩| ≤ ε_K), - einer endlichen, nicht-leeren Menge von Wand-Senkrechtbauteilen (Pfosten/Ständer) S(W) = {S_1, …, S_n}, n ≥ 2, mit Pfosten-Kopf- Punkten K(S_i) ∈ ℝ³ am oberen Achsenende.
Dann heißt B ein Rähm der Wand W genau dann, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
-
Stabgeometrie: B besitzt eine gerade Bauteilachse mit ‖p_e − p_a‖ > ε_L.
-
Horizontalitätsbedingung: Die Bauteilachsenrichtung ist horizontal,
d. h. d_hat steht rechtwinklig zur Welt-Lotachse. Sinus-Test gegen e_z-Parallelität; nach‖d_hat × e_z‖ ≤ ε_K,HG_KONVENTIONEN.mdSektion 4 istKOLLINEAR_EPSdie einschlägige Toleranz für Lot- und Parallelitäts-Prädikate. -
Parallelität zur Wandflucht:
d_hat ist kollinear zur Längsrichtung der Wand W.‖d_hat × d_hat_W‖ ≤ ε_K. -
Pfosten-Köpfe-Inzidenz: Es gibt mindestens zwei Pfosten S_i, S_j ∈ S(W) mit i ≠ j, sodass die Kopf-Punkte K(S_i) und K(S_j) innerhalb LAENGE_EPS auf der Geraden durch p_a und p_e liegen,
Diese Bedingung formalisiert „liegt auf den Pfosten-Köpfen der Wand W".dist(K(S_i), Gerade(p_a, p_e)) ≤ ε_L für i = 1, …, n_inz, n_inz ≥ 2. -
Eindeutigkeit als oberste Längskomponente: Es existiert kein anderes Bauteil B′ ≠ B in der Wand W, das die Bedingungen 1–4 mit derselben Wand W erfüllt und dessen mittlere Höhe z_{B′} > z_B + ε_L erfüllt; in Worten: das Rähm ist die oberste längs-parallele Komponente der Wand W. z_B := (p_a.z + p_e.z) / 2.
Wesentliche abgeleitete Größen:
- Rähmlänge: L_R := ‖p_e − p_a‖ (in mm), entlang der Bauteilachse zwischen den Rähm-Enden.
- Rähmrichtung: d_hat ∈ S² mit |⟨d_hat, e_z⟩| ≤ ε_K und d_hat ‖ d_hat_W.
- Rähm-Höhenlage: z_R := (p_a.z + p_e.z) / 2; bei exakt horizontalem Rähm gilt p_a.z = p_e.z = z_R.
Wohldefiniertheit¶
- Existenz: Für jede hölzerne Wand mit mindestens zwei Wand-Senkrechtbauteilen und einer oberen längs-parallelen Tragkomponente sind die Bedingungen 1–5 konstruktiv erfüllbar; jede klassische Fachwerk-, Ständer- oder Holzrahmenbau-Wand ist Standardbeispiel.
- Eindeutigkeit: Bedingung 5 stellt sicher, dass nur die oberste längs-parallele Komponente der Wand W als Rähm qualifiziert. Bei Konstruktionen mit „doppeltem Rähm" (US- Platform-Framing-Standard, in DACH-Tradition unüblich) tritt Bedingung 5 in Kraft: die obere der beiden Lagen ist das Rähm im Sinne dieses Eintrags, die untere ist konstruktiv eine Verdoppelung und wird als zweite Rähmkomponente desselben Bauteils oder als eigene Untergruppe modelliert (Folgearbeit; in der DACH-Praxis ohne praktische Relevanz).
- Wand-Bindung: Das Rähm ist definitorisch an eine Wand W gebunden (Bedingungen 3–5). Treffen mehrere Wände an einer Ecke aufeinander, hat jede Wand ihr eigenes Rähm; die Rähm-Stücke sind durch ihre jeweilige Wandflucht-Zugehörigkeit unterschieden und an der Ecke verbunden (Eckblatt, Verkämmung, Schwalbenschwanz-Zapfen klassisch; Stahlblech- Verbinder modern).
- Vorzeichenkonvention: Die Bauteilachse eines Rähms ist
gerichtet (
Bauteilachse.Gerade), aber welcher Endpunkt p_a bzw. p_e ist, ist auf der Ebene des generischen Rähm-Begriffs nicht durch eine geometrische Lage-Bedingung festgelegt (anders als beim Sparren). Empfehlung gemäßhg_bauteilachse.md: p_a am Bauteilanfang nach lokaler Bezeichnungskonvention; Konsumenten dürfen sich nicht auf eine geometrisch zwingende Orientierung verlassen. - Forward-Bedingung über
wand: Die Bedingungen 3–5 referenzieren eine Wand W und ihre Pfosten/Ständer S(W). Die Glossar-Einträgewand,pfostenundstaendersind in diesem Etappenschritt noch nicht angelegt; die Definition ist insoweit mit Forward-Verweis formuliert. Die Constraints sind so gewählt, dass sie für den späteren Wand-Aggregat-Eintrag konsistent weitergeführt werden können (analog zur Forward-Konstruktion inhg_fusspfette.mdübertraufeund inhg_pfette.mdüberdachkante). - Konsistenz mit
hg_pfette.mdundhg_fusspfette.md: Das Rähm ist nicht Subtyp der Pfette; die Wand-Dach-Trennung ist scharf. Funktionale Überlagerung (das Rähm trägt zugleich die Sparrenfüße einer Traufseite) ändert nichts an der Bauteilrollen-Zuordnung — die Rolle folgt der konstruktiven Wand-Einbindung, nicht der Lastabtragung. - Nicht-Zirkularität: Die Definition stützt sich nur auf
bereits definierte Begriffe (
bauteil,bauteilachse,strecke,einheitsvektor,weltkoordinatensystem,toleranzen). Die Wand-Inzidenz (Bedingung 4) wird operational über Pfosten-Köpfe formuliert, was kein Vorgriff auf einen Wand-Eintrag in dervoraussetzungen:-Liste verlangt; im späteren Wand-Eintrag wird diese Inzidenz in das Wand-Aggregat aufgenommen.
Erläuterung (nicht normativ)¶
Das Rähm ist der horizontale Längsabschluss am Wandkopf und zugleich die Schnittstelle zwischen Wand und Decke bzw. Wand und Dach. Es erfüllt drei Funktionen gleichzeitig:
- statisch: sammelt die Vertikallasten der darüberliegenden Konstruktion (Decken-Auflager, Sparren- oder Fußpfetten-Lasten) und leitet sie in die Pfosten der Wand ab;
- konstruktiv (Aussteifung): wirkt als Druck-/Zuggurt der Wandscheibe in Längsrichtung; im Holzrahmen- und Holztafelbau besonders ausgeprägt durch die kraftschlüssige Verbindung mit der Beplankung (OSB, 3-Schicht-Platten);
- handwerklich (Anschluss): bildet die feste Linie, an die die Streben, Kopfbänder, Decken- und Sparrenanschlüsse angebunden werden.
Geschwister-Beziehung zur Schwelle¶
Das Rähm hat in der hölzernen Wand ein symmetrisches Gegenstück am Wand-Fuß: die Schwelle (Fachwerkschwelle, Wandschwelle). In der traditionellen Wand sind Rähm und Schwelle querschnittsgleich und parallel; Pfosten/Ständer verbinden beide vertikal, Riegel treten als horizontale Querhölzer zwischen den Pfosten auf. Die Begriffspaar-Symmetrie Schwelle (unten) ↔ Rähm (oben) ist die gleiche wie Fußpfette (unten) ↔ Firstpfette (oben) im Dachtragwerk, bezieht sich aber auf die Wand, nicht auf das Dach.
Anschluss zur Fußpfette und zum Dach¶
Drei typische Tragwerks-Anschlüsse zwischen Wand und Dach:
- Holzwand mit Pfettendach: Die Fußpfette liegt auf dem Rähm, oft direkt aufgekämmt oder über Sparrenpfettenanker verbunden. Rähm und Fußpfette sind dann zwei getrennte Bauteile mit getrennten Bauteilrollen, die geometrisch nahe beieinander liegen.
- Holzwand mit Sparrendach: Die Sparrenfüße werden üblicherweise auf einem Deckenbalken (Zugglied) befestigt, der quer zur Traufrichtung verläuft und seinerseits auf dem Rähm aufliegt. Das Rähm trägt die Vertikallast der Sparren-Decken-Konstruktion, ist aber nicht selbst Sparrenfuß-Auflager.
- Holzwand, traufseitiges Rähm trägt Sparrenfüße direkt:
Funktionale Überlagerung. Das Bauteil bleibt Rähm, weil
es konstruktiv im Wandgefüge sitzt (Zapfen mit den Pfosten,
Aufnahme der Streben/Kopfbänder). Die Sparrenfuß-Auflagerung
ist eine zusätzliche Funktion, keine Rollen-Änderung
(siehe
quellenkonflikt:-Block, Punkt 3, undhg_fusspfette.mdZ. 301–303).
Wenn keine Holzwand vorliegt (Massivbau-Außenwand aus Mauerwerk oder Stahlbeton), entfällt das Rähm konstruktiv; an seiner Stelle liegt die Fußpfette direkt auf der Mauerkrone und heißt dann „Mauerlatte". Die Mauerlatte ersetzt nicht das Rähm, sondern sie tritt anstelle eines Rähms dort auf, wo es keine Holzwand gibt. Die in der CH-Bauwelt häufige Konstellation „massive Außenwand mit Holz-Dachstuhl" enthält daher kein Rähm und keine Bezeichnungs-Drift.
Querschnitt und Werkstoff¶
In der traditionellen Fachwerkwand ist das Rähm querschnittsgleich zur Schwelle und liegt im Bereich der Pfosten-Querschnitte (typisch 120/140 mm bis 160/200 mm). Im modernen Holzrahmen- und Holztafelbau wird Standard-KVH oder Bauholz verwendet, oft gleich dem Ständer-Querschnitt (typisch 60/120 mm bis 80/200 mm). Die Faserrichtung verläuft parallel zur Bauteilachse.
Typische Verbindungen am Rähm¶
Diese Verbindungen sind Geometrien an Rähm und benachbarten Bauteilen; sie werden in eigenen Glossareinträgen definiert. Hier nur als Verortung:
- klassisch (Fachwerk): Zapfen-Zapfenloch zwischen Pfosten- Kopf (Zapfen) und Rähm-Unterseite (Zapfenloch); Eckverbindungen am Rähm: Eckblatt, Verkämmung, Schwalbenschwanz- Zapfen; Längsstöße als Hakenblatt-, Schräg-, Schwalbenschwanz- Stoß;
- modern (Holzrahmen-/Holztafelbau): Bolzen, Schrauben, Stahlblech-Verbinder; Sparrenpfettenanker bei Rähm-als- Sparrenfuß-Auflagerung; durchgehende Beplankung als Schub-Verbinder der Wandscheibe.
Schweizer und deutscher Sprachgebrauch¶
Der Begriff „Rähm" ist im DACH-Holzbau-Korpus berufssprachlich
einheitlich. Die Häufigkeit im Berufsalltag korreliert mit der
Bauweisen-Verteilung: in Regionen mit hohem Holzrahmen- und
Fachwerk-Anteil (Süd- und Mitteldeutschland, Sanierungsbestand)
ist das Wort verbreitet; in der Schweiz, wo der Wohnbau über
weite Strecken massiv (Mauerwerk, Stahlbeton) mit Holz-Dachstuhl
ausgeführt wird, ist das Bauteil seltener gebraucht — nicht, weil
es anders heißt, sondern weil häufig keine Holzwand vorliegt. Die
Falsifikation „Mauerlatte ist Schweizer Rähm-Ersatz" ist im
quellenkonflikt:-Block ausgeführt.
Etymologie¶
Der Begriff geht auf mhd. ram(e) f. „Stütze, Säule, Gestell,
Web- oder Stickrahmen" zurück (DWB, Lemma „rahme" / „rahm";
DWDS-digitale Ausgabe). Die i-Umlaut-Form „Rähm" ist im modernen
Deutsch fast nur in der bauhandwerklichen Fachsprache bewahrt; in
der Allgemeinsprache ist das Wort selten (DWDS-Markierung). Die
Wortbildung verbindet die Bedeutung „oberes Rahmenholz" mit der
allgemeinen Rahmen-Wurzel — daher die zulässigen Synonyme
„Rahmholz", „Rähmholz", „Rähmbalken".
Beziehungen¶
- Oberbegriff:
bauteil. Strukturell ist das Rähm ein Bauteil mit der zusätzlichen Rolle „Rähm" und den oben formalisierten geometrischen Constraints. Nicht Subtyp vonpfette, weil Pfette normfest als Dach-Längsträger definiert ist. - Bestandteile (partitiv):
- Bauteilachse (
bauteilachse.Gerade, vom Bauteil geerbt); - Querschnitt (rechteckig, üblicherweise gleich Pfosten-/Ständer-Querschnitt oder querschnittsgleich zur Schwelle);
- Werkstoff (Vollholz, KVH, gelegentlich BSH);
- Faserrichtung (Annotation, Default ‖ d_hat_Rähm).
- Verwendung / Beziehung zu anderen Bauteilen:
- Pfosten / Ständer (
pfosten/staender, eigene Einträge folgen): Wand-Senkrechtbauteile, auf deren Köpfen das Rähm liegt; Verbindung klassisch durch Zapfen. - Schwelle (
schwelle): horizontales unteres Pendant am Wandfuß. - Riegel (
riegel): horizontale Querhölzer zwischen den Pfosten, nicht zu verwechseln mit dem Rähm. - Wand (
wand, eigener Eintrag folgt): aggregierender Begriff (Schwelle + Pfosten + Rähm + Riegel + Streben + Beplankung); das Rähm ist obere Längs-Begrenzung der Wand. - Fußpfette (
fusspfette): liegt auf dem Rähm bei der Pfettendach-/Holzwand-Kombination; getrennte Bauteilrollen. - Sparren (
sparren): kann direkt auf dem Rähm aufliegen (Sparrendach mit Holzwand: Sparrenfuß auf Deckenbalken auf Rähm; oder Pfettendach mit Rähm als Fußpfetten-Auflager). - Abgrenzung:
- Pfette (
pfette): Dach-Längsträger; Wand-Dach-Trennung zimmermannssprachlich scharf. Das Rähm ist Wand-Bauteil. „Wandpfette" als Korpus-Synonym ist deshalb inabgelehnte_benennungen:geführt. - Fußpfette (
fusspfette): Dach-Bauteil, unterste Pfette am Sparrenfuß. Funktionale Überlagerung mit dem Rähm möglich, aber Rollen-Trennung bleibt: das Bauteil im Wandgefüge ist Rähm; das Bauteil im Dachtragwerk (auf Mauerkrone, ohne Pfosten-Anbindung) ist Fußpfette (siehequellenkonflikt:-Block Punkt 3). - Schwelle (
schwelle): unteres Längs-Pendant am Wandfuß; geometrisch symmetrisch zum Rähm, aber an der gegenüberliegenden Wand-Längskante. Geschwister- Bauteilrolle unterbauteil, nicht Spezialisierung. - Sparren (
sparren): geneigtes Bauteil entlang der Falllinie einer Dachfläche; nicht horizontal, nicht Wand- Bauteil. - Pfosten (
pfosten, eigener Eintrag folgt): Wand- Senkrechtbauteil; vertikal, nicht horizontal. Das Rähm liegt auf den Pfosten-Köpfen. - Ständer (
staender, eigener Eintrag folgt): Wand- Senkrechtbauteil im Holzrahmen-/Holztafelbau (synonym zu Pfosten in dieser Bauweise). - Riegel (
riegel): horizontales Querholz zwischen Pfosten in der Wand (z. B. Brüstungs- oder Sturzriegel); nicht der oberste Längsträger. Mehrdeutigkeits-Risiko mit der abgelehnten Benennung „Wandriegel" begründet die Abgrenzung. - Wand (
wand, eigener Eintrag folgt): aggregierender Träger-Begriff; das Rähm ist Bestandteil einer Wand, nicht selbst eine Wand. - Mauerlatte (
mauerlatte): Synonym der Fußpfette auf Mauerwerk (siehehg_fusspfette.md); nicht Rähm-Synonym. Die Falsifikation ist imquellenkonflikt:-Block ausgeführt. - Traufe (
traufe): Dachkante am Sparrenfuß; bei einer Holzwand mit Pfettendach liegt das Rähm parallel zur Traufe und in deren Höhennähe, ist aber nicht identisch (Traufe ist Dachgeometrie, Rähm ist Wand-Bauteil).
Implementierungshinweis¶
Datentyp (Domänen-Schicht, Kotlin, Schicht domain.bauteil):
package domain.bauteil
import domain.Toleranzen
import domain.bauteil.Bauteil
import domain.bauteil.Bauteilachse
import domain.bauteil.Bauteilgeometrie
import domain.geometrie.Einheitsvektor
import domain.geometrie.Punkt
import kotlin.math.abs
/**
* Rähm als Bauteilrolle: oberster horizontaler Längsträger einer
* hölzernen Wand. Geschwister-Rolle zu Pfette, Schwelle, Sparren
* unter Bauteil; nicht Subtyp von Pfette (Wand-Dach-Trennung).
*
* Glossar: hg_raehm.md
*
* Synonyme: Rahmholz, Rähmholz, Rähmbalken (DACH-Korpus).
* Abgelehnt: Wandpfette (Korpus-Synonym, kollidiert mit
* hg_pfette.md), Wandriegel (mehrdeutig — Riegel ist Querholz),
* Mauerschwelle/Mauerbank (Fußpfette-Synonyme, keine Rähm-
* Synonyme), englische Pendants (top plate / wall plate /
* raising plate / double top plate).
*/
sealed class Raehm {
abstract val bauteil: Bauteil
val achse: Bauteilachse.Gerade
get() = (bauteil.geometrie as Bauteilgeometrie.Stab).achse
as Bauteilachse.Gerade
val laenge: Double get() = achse.laenge // mm
val richtung: Einheitsvektor get() = achse.richtung
val hoehe: Double // mm, mittlere z-Lage
get() = (achse.anfang.z + achse.ende.z) / 2.0
/**
* Horizontalitätsprädikat: ‖d_hat × e_z‖ ≤ KOLLINEAR_EPS.
*
* Sinus-Test gegen e_z-Parallelität; KOLLINEAR_EPS ist
* bevorzugt für Lot- und Parallelitäts-Prädikate
* (siehe HG_KONVENTIONEN.md Sektion 4).
*/
fun istHorizontal(eps: Double = Toleranzen.KOLLINEAR_EPS): Boolean =
abs(richtung.z) <= eps
}
sealed class RaehmEntartet {
object Nullachse : RaehmEntartet()
object NichtHorizontal : RaehmEntartet()
object NichtWandParallel : RaehmEntartet()
object KeinePfostenInzidenz : RaehmEntartet()
object NichtObersteKomponente : RaehmEntartet()
}
- Einheit: Längen in mm (Double); Winkel intern in Radiant.
- Identität:
BauteilIdaus dem zugrunde liegenden Bauteil. - Invarianten (in der Konstruktor-Factory prüfen, bei
Verletzung
Resultat.FehlermitRaehmEntartet-Variante; niemals Exception): - Stabgeometrie und Bauteilachse vom Typ
Bauteilachse.Gerade. - Achsenlänge >
Toleranzen.LAENGE_EPS— sonstNullachse. ‖d_hat × e_z‖ ≤ Toleranzen.KOLLINEAR_EPS— sonstNichtHorizontal(Sinus-Test gegen e_z-Parallelität, bevorzugt für Lot-Prädikate; sieheHG_KONVENTIONEN.mdSektion 4).- Parallelität zur Wandflucht
d_hat_W:‖d_hat × d_hat_W‖ ≤ ε_K— sonstNichtWandParallel. - Pfosten-Köpfe-Inzidenz: mindestens zwei Pfosten-Köpfe liegen
innerhalb
LAENGE_EPSauf der Rähmachse — sonstKeinePfostenInzidenz. Die Prüfung erfordert den Wand-Kontext und wird in der Wand-Aggregat-Factory geführt (Cross-Cutting; nicht im Rähm-Konstruktor allein). - Eindeutigkeit als oberste Längskomponente der Wand W — sonst
NichtObersteKomponente. Auch Cross-Cutting im Wand-Aggregat. - Edge Cases:
- Doppeltes Rähm (US-Platform-Framing): in DACH-Tradition unüblich. Bei Übernahme entweder als zwei vertikal benachbarte Rähm-Bauteile mit Bedingung 6 lokal verletzt (obere qualifiziert, untere als zusätzliches Längs-Bauteil ohne Rähm-Rolle) oder als kompositer Rähm-Querschnitt (eine Bauteilachse, doppelte Querschnittshöhe). Modellierungs-Wahl ist Folgearbeit, falls die App diesen Fall stützt.
- Eck-Anschluss zweier Wände: jede Wand hat ihr eigenes Rähm; die Rähm-Stücke treffen an der Wandecke und sind durch Eckblatt/Verkämmung/Stahlblech-Verbinder verbunden. Die Bauteilachsen-Endpunkte fallen geometrisch zusammen, die Bauteilidentitäten bleiben getrennt.
- Funktionale Überlagerung Rähm/Fußpfette: ein Bauteil hat genau eine Bauteilrolle. Wenn das Bauteil konstruktiv im Wandgefüge sitzt (Zapfen mit Pfosten, Aufnahme von Streben), ist es Rähm und nicht Fußpfette — auch wenn es die Sparrenfüße trägt.
- Wand ohne Pfosten (z. B. massive Bohlenwand, Strickbau): Bedingung 5 (Pfosten-Köpfe-Inzidenz) ist im Sinne dieses Eintrags nicht anwendbar. Strickbau und Bohlenwand sind als Wand-Subtypen mit eigener Top-Konstruktion zu führen (Folgearbeit beim Wand-Eintrag); der Begriff „Rähm" ist klassisch an Pfosten-/Ständer-Wände gebunden.
- Abgeleitete Eigenschaften (als Funktionen):
getragenePfosten(): List<Pfosten>— Pfosten der Wand, deren Kopf auf der Rähmachse liegt.eckenIn(t: Tragwerk): List<RaehmEcke>— Eckverbindungs- Punkte mit Nachbarwand-Rähmen (Bemessungs-Hilfsfunktion).- Bezeichner-Konvention (CLAUDE.md / Code-Konventionen):
Klasse heißt
Raehm(deutsch, Glossarbegriff; ASCII- Transliteration des Umlauts entsprechend Code-Konventionen); Anzeigename in der UI ist „Rähm".
Quellen¶
Primär (normativ; Begriff vorausgesetzt, nicht als Lemma):
- SIA 265:2021, „Holzbau", Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, Zürich.
- DIN EN 1995-1-1:2010-12, „Eurocode 5: Bemessung und Konstruktion von Holzbauten – Teil 1-1".
- DIN 1052:2008-12, „Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken".
Sekundär:
- Mönck, W.; Rug, W.: Holzbau – Bemessung und Konstruktion.
- Auflage, Beuth, Berlin 2015.
- Natterer, J.; Herzog, T.; Volz, M.; Schweitzer, R.; Winter, W.: Holzbau-Atlas. 4. Auflage, Birkhäuser, Basel 2003.
- Gerner, M.: Fachwerk – Instandsetzung, Sanierung, Neubau. DVA, 7. Auflage 2007.
- Krämer, F.: Grundwissen des Zimmerers. 2. Auflage, Bruderverlag, Karlsruhe 1988.
- Koepf, H.; Binding, G.: Bildwörterbuch der Architektur. Kröner, Stuttgart, aktuelle Auflage.
- Lignum (Hrsg.): Holzbautabellen HBT. Lignum, Zürich, aktuelle Auflage.
- Thesaurus Traditioneller Holzbau, Begriff-ID 866 „Rähm"
(
thesaurus-traditioneller-holzbau.net).
Etymologie:
- Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (DWB), Lemma
„rahme", „rahm" (digital über
dwds.de/wb/dwb/rahme,dwds.de/wb/dwb/rahm), abgerufen 2026-05-14. - DWDS, „Rähm" (
dwds.de/wb/Rähm), abgerufen 2026-05-14 — allgemeinsprachliche Drift „Dachstuhl-Teil" siehequellenkonflikt:-Block Punkt 1.
Korpus (nicht autoritativ):
- Wikipedia, Lemma „Rähm" (
de.wikipedia.org/wiki/Rähm), abgerufen 2026-05-14 — Definition auf Krämer rückführbar. - Wikipedia, Lemma „Wall plate" (
en.wikipedia.org/wiki/Wall_plate), abgerufen 2026-05-14 — englische Pendants. - BauNetz Wissen, „Fachwerkbauweise" und „Tafelbau/Rahmenbau"
(
baunetzwissen.de), abgerufen 2026-05-14. - Informationsdienst Holz, „Holzbausysteme — eine Übersicht"
(
informationsdienst-holz.de), abgerufen 2026-05-14. - Recherche-Bericht
docs/recherche/2026-05-14_hg_raehm.mdmit vollständigem Quellenapparat und Tier-Klassifikation.